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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1914-01-01 · Heft 3 · p. Seite 303

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
58 (1914)
Issue
Heft 3
Article
Das Erdbeben im Jahre 115 in Palästina
Date
1914-01-01
Page
Seite 303 (sequence 14)
Language
German
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Das Erdbeben vom Jahre 115 in Palästina. 303 Land Galicia1), in welchem drei Städte samt ihren Bewohnern zur Gruft niedersanken. Und das Feuer Gottes fiel hernieder auf eine Stadt namens B o n o n i a (בנניאה, d. i. Bologna), so daß sie mitsamt ihren Bewohnern im Feuer verbrannte, wie einst Sodom und Gomorrha. Alle Bewohner der Weit aber erbebten und zitterten, denn der Herr wollte die ganze Welt Umstürzen.« Diese Chronik Roms soll von Abraham Ibn Daud (um 1160) geschrieben worden sein. Wie zu seinen übrigen Geschichtswerken hat der Mann gewiß auch für dieses Büchlein gute Quellen zu benützen verstanden, und es ist anzunehmen, daß er das Büchlein ganz und gar nach einer lateinischen Quelle gearbeitet hat. Die Ursprünge aber dieser Ouelle mögen bis auf das Altertum zurückgehen, und somit haben wir hier nur das wiedergegeben, was im Altertum ganz allgemein geglaubt und der religiösen An* schauung zugrunde gelegt wurde. Die Juden konnten nicht anders, als den allgemeinen Glauben teilen, nur legten sie sich die Zeichen und Wunder in ihrer Weise und zu ihren Gunsten aus. Nachtrag. Eine an vielen Stellen der rabbinischen Literatur vorgebrachte Erdbebentheorie, die das erste Mal von R. A k i b a in seiner Unterredung mit dem Römer B a 1 z a (2גבי^צא) entwickelt worden sein dürfte®), läßt uns noch des Ferneren erkennen, welcher Art die Hoffnungen waren, die die Juden der damaligen Zeit an das Erdbeben knüpften. Auf die Frage seines Interlocutors, woher das Erdbeben (הרעש) komme? gibt Akiba prompt die Antwort: Es ist die Folge von Gottes Unwillen ob der Verkehrtheit, daß die *) In Spanien. 2) Der Name ist leider noch nicht aufgeklärt; doch scheint: jedenfalls ein römischer Machthaber gemeint zu sein. 5) Exod. Rabba 29, 9.

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