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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1914-01-01 · Heft 3 · p. Seite 298

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
58 (1914)
Issue
Heft 3
Article
Das Erdbeben im Jahre 115 in Palästina
Date
1914-01-01
Page
Seite 298 (sequence 9)
Language
German
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293 Das Erdbeben vom Jahre 115 in Palästina. neben einander nicht existieren können; ist die eine der beiden Städte im Glücke, muß die andere zerstört sein, und umgekehrt. Es ist selbtverständlich, daß den Autor dieses Spruches nicht so sehr Caesarea, als Jerusalem anging; er erhoffte den Wiederaufbau Jerusalems durch den Umstand, daß Caesarea zerstört darniederliege. Ebenso selbstverständlich ist es, daß er hierbei irgend ein Faktum vor Augen hatte, und da denken wir nunmehr von selbst an die Tatsache, daß Caesarea von einem Erdbeben hart betroffen wurde. Die Hoffnung, die sich auf diesen Umstand gründete, mußte sich freilich alsbald als trügerisch erweisen, denn in den guten Zeiten des römischen Kaiserreiches pflegte man sich der von einem Erdbeben und anderen Elementarkatastrophen heimgesuchten Städte und Länder sehr bald anzunehmen, wie unter anderem auch der Midrasch nicht umhin kann, zu bezeugen1). Und namentlich von Trajan ist es bekannt, daß er den zerstörten Städten gern aufhalf. Zum dritten ziehen wir in diesen Kreis einen der allermerkwürdigsten Vorfälle, die im Talmud erzählt werden, einen Vorfall, der ohne unsere Deutung auch ferner das bleiben würde, als was er bis jetzt angesehen wurde: eine Phantasterei sonder gleichen. Unter den vielen Gesprächen, die R. Josua b. Chananja — der uns bereits aus dem obigen wohlbekannte R. Josua b. Chananja — mit Hadrian, der damals wohl erst Legat und noch nicht Kaiser war, gehabt haben soll, wird auch berichtet2), daß der Römer seinen Spott damit trieb, daß der Judengott mit einem Löwen verglichen werde (Arnos III, 8). Der Rabbi bemerkt 1) ZiegL;r, Die Königsgleichnisse des Midrasch, S. 47, Anm. 2. 2) b._ Chullin 59 b, Jalkut II, § 541, Lesarten dazu s. bei Rawicz, Übersetzung, S. 291. Erklärungsversuche s. bei Bacher, Ag. der Tannaiten P, 175. Es wird sich zeigen, daß בי אילעי, nach B. »Hochland«, etwa das medische Köhistän, einen ganz anderen Sinn hat.

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