Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 58 (1914)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Das Erdbeben im Jahre 115 in Palästina
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 296 (sequence 7)
- Language
- German
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296 Das Erdbeben vom Jahre 115 in Palästina. Ereignis geknüpft, von dem wir aber hier, da es sich nur um die Feststellung der Tatsache des Erdbebens handelt, absehen können; bei dieser Gelegenheit wird aber wieder, und zwar in der von uns bereits berührten Weise, angegeben, daß Palästina erbebt sei 400 Parasangen weit usw. Für uns besteht kein Zweifel, daß in beiden Fällen ein und dasselbe Erdbeben gemeint sei. Wie bei jeder neuen Verfügung, wogten auch bei der Frage des Studiums des Griechischen die Meinungen hin und her, und so wurde unter anderm auch R. J o s u a befragt, wie es sich denn mit dieser Frage verhalte; er gab zur Antwort, man lerne Griechisch zu einer Stunde, wo weder Tag noch Nacht usw., und als man diesen Bescheid angriff, wurde im Namen R. Jochanans die Motivierung gegeben: מפני המסורות, das Verbot sei erflossen infolge der Angeber (Delatoren), d. h. in gefahrvoller Zeit1). Also führt uns auch R. Josua in dieselbe Zeit. Selbst ein gedanklicher Zusammenhang mag in den beiderlei Angaben gefunden werden: Die Verpönung der griechischen Bibelüber- Setzung des Akylas und das Verbot der griechischen Weisheit beruhen auf dem Gedanken, daß Israel sich gegen die Völker abschließen müsse*). Mit dem zweiten im Talmud berührten Ereignis, das wir mit unserem Erdbeben in Zusammenhang bringen, können wir kürzer verfahren. Die Städte Caesarea und Emmaus wurden von einem Erdbeben zerstört, nach der Chronik des Eusebios 128 n. Chr. Nun wissen wir aber bereits, wie konfus uns die Daten in dieser Chronik überl) j. Sota IX, 16 foi. 24 c. s) Es wurde schon oben gesagt, daß der babylonische Talmud Vorfälle der griech. Bibelübersetzung irrtümlich auf die aram. Bibel- Übersetzung beziehe. Das Erdbeben (b. Meg. 3a) in Verknüpfung mit dem Targum des Jon. b. Ussiel gehört in Wirklichkeit zu dem Berichte über Onkelos, bezw. Akylas. Die Worte (das.) מאי שנא דאורייתא דלא אזדעיעה usw. fehlen mit Recht im ms. Leyden.