Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 58 (1914)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Der Arbeitsplan der "religionsgeschichtlichen Kommission" in Göttingen
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 278 (sequence 4)
- Language
- German
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278 Der Arbeitsplan der :»religionsgeschichtlichen ragende Gelehrte, wie z. B. Joseph Köhler einer ist, geraten, wenn sie bei der Darstellung einschlägiger Gegenstände nur auf Übersetzungen fußen müssen, hat Aptowitzer im Jahrgang 1908, S. 37 ff., 185 ff. gründlich nachgewiesen. Das Urteil, daß eine »Übersetzung der beiden Talmude beim heutigen Stande der wissenschaftlichen Arbeit noch nicht durchführbar« ist, gilt ganz in demselben Maße und Umfange von der vorgeschlagenen Real-Encyklopädie. Soweit ist die wissenschaftliche Durchforschung dieser Literaturgattung noch nicht gediehen, daß ein derartiges Hilfsmittel in gediegener und zuverlässiger Form hergestellt werden könnte. Eine Übersetzung des Midrasch ha-gadol wäre gewiß vom Standpunkte der Kommission aus erstrebenswert. Damit wäre aber doch nur für den Pentateuch Sorge getragen. Wie stände es dann mit den agadischen Bernerkungen, die etwa im Jalkut Schimoni oder im Jalkut Machiri für die Propheten und Hagiographen zusammengetragen sind? »An die wichtige halachische Responseniiteratur, an des Maimonides Mischne Thora und an Aifasi, evtl, auch an den Schulchan aruch könne vorerst wohl nicht gedacht werden«, meint die Kommission. Zu einer gründliehen Kenntnisnahme von der Traditionsliteratur ist aber die Ausschöpfung gerade dieser Codices und Compendien ganz unentbehrlich. Es ist nicht einzusehen, warum dabei nicht auch des Ascheri und der Tu ri m gedacht ist. Auch von der so umfangreichen, toßaphistischen Literatur ist nicht mit einem Worte die Rede. Gerade im Compendium R. Aschers und im Codex seines Sohnes ist aber diese Literatur höchst eingehend benutzt. Dafür ist den Samaritanern (sub III) und den Karäern (sub IV) je eine besondere Unterabteilung gewidmet, während m. E. diese ganze samaritanische und karäische Entwicklung höchstens anhangsweise zu behandeln wäre.