Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 58 (1914)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Der Arbeitsplan der "religionsgeschichtlichen Kommission" in Göttingen
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 279 (sequence 5)
- Language
- German
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Kommission« in Oöitingen. 279 Dazu kommt, daß in den von Schlechter veröffentlichten Documents I karäische Äußerungen erblickt werden, was nach den sehr ausführlichen Darlegungen Ginzbergs hier in der Monatsschrift kaum annehmbar erscheint. Richtig ist, daß, wie sub IH angedeutet ist, wertvolle religionsgeschichtliche Ausbeute aus dem Studium der mittelalterlichen liturgischen Texte und der profanen mittelalterlichen Poesie erwartet wird. Dasselbe gilt aber in noch viel umfangreicherem Maße von der sehr ausgedehnten bibelexegetischen Literatur, die nicht mit einem Wort erwähnt ist. Sub V. wird dann eine Übersetzung des More Nebuchim und der Choboth ha-Lebaboth neben einer solchen des religionsphilosophischen Buches Saadjas für nötig erklärt. Mir will es jedoch scheinen, daß für Maimonides das Notwendige bereits getan ist, und daß viel eher als an das bereits drei mal übersetzte Werk Bachjas an die des Abraham Ibn Daud, des Gersonides und des Crescas gedacht werden müßte. Unter Punkt VI ist wenigstens das Sefer Rokeach gerade so wichtig wie z. B. das Sefer Chassidim. Und so wäre im Interesse der Sache noch mancherlei zu ändern und zu bessern. Ich will hier nur zur Erörterung angeregt haben und bin gern bereit, spruchbefugten Gelehrten weiter in dieser Angelegenheit das Wort zu erteilen. Als am Ende des vorigen Jahrhunderts Erich Bischoff in seiner »kritischen Geschichte der Thalmud• Übersetzungen aller Zeiten und Zungen« zu den Vorarbeiten der Ausaibeitung und Drucklegung einer Thalmudübersetzung das runde Sümmchen einer Million für erforderlich hielt und meinte, daß deren Hergabe für das Reich eine »Bagatelle« sei, habe ich mich im Jahrg. 1900, S. 287, ziemlich abfällig über seine Hoffnungsfreudigkeit geäußert. Vielleicht ist heute darin wirklich ein Wechsel und Wandel eingetreten. Vielleicht werden in der Tat die neuen Hochschulen, die