Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 58 (1914)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die pseudoaristotelische Politik
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 269 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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- Cicero 1× ep/1024888
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Die pseudaristoielische Politik. 269 zählt. Die Schüler des Hippokrates zeichneten, um Philemon, den Begründer der Physiognomik ad absurdum zu führen, das Bild ihres Lehrers und zeigten es dem Philemon. Dieser schloß aus den Gesichtszügen auf verschiedene Laster, und die Schüler des Hippokrates triumphierten; als sie aber zu diesem kamen, meint er, er habe in der Tat die Anlage zu jenen Lastern besessen, aber durch Willenstärke die Naturanlage überwunden. Cicero erzählt dieselbe Anekdote von einem gewissen Zopyros und den Schülern des Sokrates. Von dem sonstigen Inhalt des Abschnittes sei nur eine Stelle hervorgehoben. Vor den Blondhaarigen, heißt es, soll man sich in Acht nehmen, sie seien verschlagen, treulos und noch anderes mehr, und wenn sie noch obendrein blaue Augen haben, sei die Gefahr noch größer. Beweis dafür seien die Deutschen. Fragen wir nun, aus welchen Quellen Jachja oder seine Vorlage schöpfte, so ist zunächst das indische Fabelbuch Kalila wa-Dimna zu erwähnen, daß schon im sechsten Jahrhundert durch den Arzt Barzoja ins Persische und später auch ins Arabische und Syrische übersetzt wurde. Viele Stellen in unserem Buche stimmen wörtlich mit Kalila wa- Dimna überein. So heißt es in der syrischen Version ed.Bikkell, S. 62 der Übersetzung: Ein Fürst, welcher redegewandt, tief verständig, weise und umsichtig ist und guten Rat annimmt, dessen Glück mehret sich, gleichwie das Meer durch die sich in dasselbe ergießenden Ströme vermehrt wird. Das Gleiche haben wir aber aus unserem Buche als einen Aus- Spruch der alten Philosophen zitiert. Ebenso heißt es S. 61:. »Für einen Weisen geziemt es sich, durch List, und nicht durch Krieg, seine Zwecke zu erreichen. Denn viele sind durch Krieg zu Grunde gegangen, wer aber seinen Vorteil durch List sucht, den trifft kein Schade. Ich entscheide mich also dahin, daß, solange noch ein anderer Ausweg offen bleibt, wir keinen Krieg mit den Eulen führen sollen,« was ganz mit den angeführten Ratschlägen des Aristoteles