Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 58 (1914)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die pseudoaristotelische Politik
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 268 (sequence 12)
- Language
- German
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263 Die pseudaristotelische Politik, das, was er nicht hört, und je nach der Fähigkeit solien die Aufträge sein, zu denen die Gesandten verwendet werden. Sie dürfen keinen Wein trinken, weil sonst kein Geheimnis bei ihnen sicher ist. Die Perser hätten die Sitte, wenn Gesandte zu ihnen kämen, ihnen Wein vorzusetzen, und wenn sie davon tranken, wußten sie, daß das Geheimnis des Königs ihnen verraten sei. In dem Abschnitte über das Heer und Kriegswesen behauptet Aristoteles, daß noch nie zwei Könige zusammengekommen seien, ohne daß jeder die Absicht hatte, dem andern eine Falle zu stellen. Mit einem Besiegten solle man sich nie verbinden, und zum Kriege nehme man seine Zuflucht nur im äußersten Falle, denn das Wesen der Staatskunst sei die List, und wenn es möglieh sei, alles durch List zu ordnen, so sei das das Beste. Die Inder verfahren mit List, und darum nehmen sie keinen Schaden, hingegen seien die Türken ein törichtes, streitsüchtiges Volk, ihnen ergehe es schlecht. Im übrigen müsse man jeden Gegner von der richtigen Seite nehmen, und dabei dürfen auch Kleinigkeiten nicht übersehen werden. Auf diese Ratschläge folgt merkwürdiger Weise eine Anweisung, wie aus der Berechnung der Namen der Kämpfer und durch gewisse Zahlenkombinationen der Ausgang des Kampfes sich im voraus prophezeien lasse. Ueber die folgenden Abschnitte, welche zumeist sanitäre Maßregeln betreffen, können wir rasch hinweggehen, weil das Meiste für uns kein Interesse bietet. Die Lebensweise des Königs wird bis aufs Kleinste geregelt. Es wird die Natur der Speisen beschrieben und für jede Jahreszeit eine andere Diät angeordnet. Es werden Rezepte mitgeteilt, unter anderm ein Universalmittel, von welchem der Verfasser nicht weiß, ob es von Adam oder Sem herrühre, und daneben wird sehr ausführlich von gewissen geheimen Kräften der Pflanzen und Mineralien gehandelt. Im letzten Abschnitt, welcher die Physiognomik betrifft, wird eine Geschichte mitgeteilt, die auch Cicero, aber mit anderem Namen, er-