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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1914-01-01 · Heft 3 · p. Seite 267

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
58 (1914)
Issue
Heft 3
Article
Die pseudoaristotelische Politik
Date
1914-01-01
Page
Seite 267 (sequence 11)
Language
German
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Die pseudaristotelische Politik. 267 Vaters anzuhalten, schlugen fehl, sein Sinn stand nach Höherem, und er wurde schließlich Wesir. Alexander solle in der Wahl seines Wesirs sehr vorsichtig sein, denn der Mensch sei ein sehr compliziertes Wesen, alle Eigenschäften der Tiere vereinigen sich in ihm, und darum werde er ein Mikrokosmos: eine Welt im Kleinen genannt. Er ist mutig wie ein Löwe, furchtsam wie ein Hase, freigebig wie ein Hahn, geizig wie ein Hund, unbändig wie ein Tiger, zutraulich wie eine Taube, listig wie ein Fuchs, einfältig wie ein Schaf, behend wie ein Reh, schwerfällig wie ein Bär, stolz wie ein Elephant, demütig wie ein Esel, einsiedlerisch wie ein Strauß, gesellig wie eine Biene, rachsüchtig wie ein Kamel, störrisch wie ein Maultier, stumm wie ein Fisch, geschwätzig wie ein Papagei, vergrämt wie ein Uhu, sich verkriechend wie eine Maus, und dergleichen mehr. Der Wesir soll sechzehn Eigenschaften haben, auf deren Aufzählung jedoch wir verzichten müssen, da es in Wirklichkeit weit mehr als sechzehn sind, indem zumeist unter einer Tugend mehrere zusammengefaßt sind. Er sei unter anderem von imponierender Erscheinung, von durchdringendem Scharfsinn, von schneller Auffassung und zähem Gedächtnis, in den Wissenschaften, namentlich in der Mathematik und in der Geschichte der Staaten, wohl bewandert, von großer Geistesgegenwart und jede Situation schnell überschauend, von großer Erfahrung, gewandt im Ausdruck, in moralischer Beziehung Wahrheit und Gerechtigkeit liebend, großherzig und bescheiden, frei von jeder Leidenschaft, immer bereit, die Leute anzuhören, die Verantwortlichkeit für alles auf sich zu nehmen und den König mit seinem Schilde zu decken. Zum Schluß wird eine Geschichte von einem Juden und einem Magier erzählt, auf die wir noch zurückkommen werden. In bezug auf die Gesandten wird gesagt, daß der Bote ein Hinweis auf den Verstand des Auftraggebers sei. Der Gesandte sei das Auge des Königs in dem, was er nicht sieht, sein Ohr in bezug auf

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