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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1914-01-01 · Heft 3 · p. Seite 266

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
58 (1914)
Issue
Heft 3
Article
Die pseudoaristotelische Politik
Date
1914-01-01
Page
Seite 266 (sequence 10)
Language
German
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266 Die pseudaristetelische Politik. den Einzelnen verschiedene Entwicklungsstufen, insofern vom 20־ten Jahre ab nach Ablauf eines jeden Jahrzehnts die Seele mit einer , neuen Fähigkeit bekleidet werde. Der Intellekt stelle den König, die Seele den Wesir, die Sinne die Ratgeber dar. Darum solle auch Alexander einen Wesir und nicht weniger als fünf Ratgeber haben. Alexander solle nichts unternehmen, ohne sich vorher mit seinen Ratgebern zu besprechen, denn den Rat nannten die Philosophen das Auge der Zukunft. Ferner sagen sie, der König, der selber weise sei und Rat annehme, gleiche dem Meere, das durch die einmündenden Ströme wachse. Auf die Frage, warum die Meinung des Ratgebers oft besser sei als die des um Rat Nachsuchenden, antwortete Hermes, weil das Auge des Ratgebers nicht durch die Leidenschaft geblendet sei. Es werden nun dem Alexander Weisungen erteilt, wie er sich bei der Beratung zu verhalten habe. Wenn er auch Andere um ihre Meinung befragte, so solle es doch nicht den Anschein haben, als ob er selbst nichts wüßte. Ferner solle er, wenn ihm die Ansicht des Einen oder Andern gefalle, dies keineswegs äußern, sondern erst durch seine Handlung solle man erfahren, wie er sich entschieden habe. Wenn alle sogleich nach kurzer Überlegung einer Ansicht seien, solle er umsomehr mit der Entscheidung zögern. Auch empfehle es sich, zuweilen gemeinschaftlich zu beraten, zuweilen jeden Einzelnen um seine Meinung zu befragen. Auch der Rat der Jugend sei nicht zu verachten, denn zuweilen nehme mit der Hinfälligkeit des Körpers auch die Einsicht ab. Freilich hänge es von der Konstellation bei der Geburt ab, ob jemand für die Beschäftigung mit Staatsangelegenheiten geeignet sei oder nicht. Zur Bestätigung wird eine Geschichte erzählt. Sterndeuter, die bei einem armen Weber übernachteten, erkannten an der Konstellation, dass der Knabe, der dem Manne in der Nacht geboren wurde, zum Wesir bestimmt sei. Alle Versuche, den Knaben zum Gewerbe des

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