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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1914-01-01 · Heft 3 · p. Seite 265

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
58 (1914)
Issue
Heft 3
Article
Die pseudoaristotelische Politik
Date
1914-01-01
Page
Seite 265 (sequence 9)
Language
German
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Die pseadaristotelische Politik. 265 Astrologie eine trügerische Wissenschaft sei. Auch Plato habe sich dieser Wissenschaft bedient und verdanke ihr große Entdeckungen. Wenn aber auch niemand seinem Schicksal entgehe, und was die Sterne verkünden, unabänderüch eintreffe, sei gleichwohl das Tun der Menschen nicht nutzlos, der Mensch treffe ja auch Vorkehrungen gegen die Hitze des Sommers und die Kälte des Winters, obgleich deren Eintritt ganz sicher sei. Ja noch mehr, es können die Menschen, wenn sie die Zukunft voraussehen und sich rechtzeitig an Gott wenden, das Verhängnis abwenden. Aber mit dieser letzteren Auskunft hat der Verfasser seinen Standpunkt aufgegeben und den eigentlichen Schicksalsglauben verlassen. Das dritte Kapitel ist eine Verherrlichung der Gerechtigkeit. Auch Aristoteles hält einmal eine glänzende Lobrede auf die Gerechtigkeit, von der er1) unter anderm sagt, sie sei das Herrlichste auf Erden, »schöner als die Morgen- und Abendröte«, aber an die Schilderung des Aristoteles wird man beim Lesen unseres Buches nicht erinnert. Durch die Gerechtigkeit, heißt es, bestehen Himmel und Erde, wurden die Staaten gegründet, die Wilden gesittet. Sie ist der Trost des Einsamen und bringt die Fernen einander nahe. Eine griechische Inschrift habe man gefunden, welche lautet, der König und das Recht seien Brüder. Die Gerechtigkeit zeige sich in richtigem Maß und Gewicht, und von der Wage sei auch der Name entlehnt. Sie äussere sich in drei Beziehungen, in den Beziehungen des Menschen zu sich selbst, zu Gott und zum Nebenmenschen. Der vierte Abschnitt handelt von den Wesiren, Ratgebern und Gesandten des Königs. Der Verfasser holt etwas weit aus, indem er einen Abriß der neuplatonischen Lehre von der Emanation gibt. Die Reihenfolge der Substanzen, die von Gott ausgestrahlt sind, seien der Intellekt, die Seele und die sinnliche Welt. Die Seele durchlaufe in Arist. 1129 b, 23.

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