Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 58 (1914)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die pseudoaristotelische Politik
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 263 (sequence 7)
- Language
- German
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Die pseadaristotelische Politik. 263 ihm keinen Vorwand zur Klage geben, dann werde -es auch nichts tun. Für sein Privatleben wird Alexander empfohlen, in der Musik und im Kreise seiner Vertrauten Erholung zu suchen. Drei oder vier Mal könne er sie an seine Tafel laden, hierbei nehme er sich vor dem Weine in Acht, gestatte aber seinen Vertrauten den Genuß desselben, und dann achte er wohl auf das, was sie in der Weinlaune sprechen, und wenn einer die Ehrerbietung gegen den König verletzt, so bestrafe er ihn. Doch müsse dabei berücksichtigt werden, ob das Vergehen lediglich aus Unbedacht, oder aus einer wirklichen Geringschätzung des Königs entsprungen sei. Zur Hebung der Wohlfahrt und des Ansehens des Reiches wird Alexander empfohlen, den Handel und Verkehr zu fördern, fremden Kaufleuten, die ins Land kommen, Begünstigungen zu gewähren, für die Pflege von Kunst und Wissenschaft Sorge zu tragen, wobei auf die Griechen hingewiesen wird, welche nur durch ihre giänzenden Leistungen auf dem Gebiete der Kunst und Wissenschaft ihren Namen unsterblich gemacht haben. Alexander möge nicht nach Gütern streben, die vergänglich und leicht zu verlieren sind, sondern nach einer Herrschaft, die nicht vergeht und ihm ein gesegnetes Andenken auch bei den zukünftigen Geschlechtern verbürgt. Außer diesen Ratschlägen, welche seiner Regierung im allgemeinen als Richtschnur dienen können, werden an Alexander noch spezielle Mahnungen gerichtet. Man dürfe auch einen geringen Feind nicht verachten, weil er einst zur Macht gelangen könne. Alexander lerne seinen Zorn bemeistern und sei stets auf die Zukunft bedacht, hingegen solle er über das Vergangene sich nicht grämen und sich nicht unnützer Reue hingeben, denn das sei Schwäche und unmännliche Art, vielmehr trage er stets ein freundliches und heiteres Wesen zur Schau. Dadurch werde das Glück