Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 58 (1914)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die pseudoaristotelische Politik
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 259 (sequence 3)
- Language
- German
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Die pseudarlstotelische Politik, 259 Abschnitten und einer Einleitung, denen eine Vorrede des Übersetzers Jachja ben Batrik vorangeht. In der Vorrede referiert Jachja über die Auffindung des Buches. Im Auf* trage des Chalifen Mamun habe er nach dem Buche geforscht, welches Aristoteles für Alexander verfaßt hat So weise sei Aristoteles gewesen, daß manche ihn zu den Propheten zählten. Einige behaupten sogar, er sei in einer Feuersäule der Erde entrückt worden. Aristoteles habe in regem Briefwechsel mit Alexander gestanden, und als Probe wird uns eine Antwort des Aristoteles auf eine Anfrage Alexanders in betreff einer beabsichtigten Maßregel gegen die Perser mitgetheilt. Erst nach langem Suchen habe er das Buch in dem von Aesculap erbauten Sonnentempel gefunden und es aus dem Griechischen zuerst ins Syrische und aus dieser Sprache ins Arabische übersetzt. In der darauf folgenden Einleitung spricht bereits der Verfasser selbst, nämlich Aristoteles. Er entschuldigt sich, daß er wegen seines hohen Alters Alexander nicht besuchen könne. Er sende ihm ein Buch, das seine Gegenwart ersetzen und ihm eine Richtschnur in allen Lebenslagen sein werde. Zwar habe er große Bedenken gehabt, dem toten Pergament Geheimnisse anzuvertrauen, die kaum »das Herz der Lebenden zu fassen vermögen«, doch werde Alexander sicherlich darauf bedacht sein, daß das Buch nicht in die Hände Unberufener gerate; denn der Schaden, der durch Mißbrauch entstehen könnte, sei ganz unabsehbar. Gar so gefährliche Geheimnisse haben wir nun freilieh in dem Buche nicht gefunden. Das Geheimnis der Geheimnisse besteht für uns in der Frage, ob Jachja überbaupt eine Vorlage vor sich hatte oder selbst das Buch verfaßte. Lediglich aus dem Grunde, weil viele Stellen im Buche ganz verworren sind, möchten wir eher annehmen, daß er eine Vorlage vor sich hatte, die er stellenweise nicht verstanden hat. Und da Jachja allem Anscheine nach ein praktischer Mann war und garnicht abzusehen ist, 17*