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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1914-01-01 · Heft 2 · p. Seite 227

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
58 (1914)
Issue
Heft 2
Article
Die Darstellung der Juden im deutschen Roman des zwanzigsten Jahrhunderts
Date
1914-01-01
Page
Seite 227 (sequence 19)
Language
German
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des zwanzigsten Jahrhunderts. 227 vornehmen Kreise immer zuversichtlicher; innerlich und äußerlich bleibt er der Emporkömmling. Mit seinem Golde kann er sie alle beherrschen und so wird denn Dora Reichsgräfin Holm doch Frau Cohn »mit C, ohne jeden mildernden Umstand.« Allein, was ist das für eine Ehe? Isidor benimmt sich brutal-sinnlich, wie ein Mandrill, Dora wirft sich bildlich und wörtlich ihrem im Gegensatz zu ihrem Mann natürlich überaus edlen Jugendgeliebten, dem Baron Trettach an den Hals, gibt sich ihm hin. Da nun Isidor durch den Hofmarschall, den Verwandten Doras, geschäftlich ausgesogen, zugrunde gerichtet wird und damit »sein Schwert, seinen Adel, seinen Geist« verloren hat, so wird er auch gesellschaftlich unmöglich. Dora wird wahnsinnig, stirbt im Wochenbett und Isidor erschießt sich, nachdem er an ihrem Todeslager noch einmal sein ganzes Leben hat an sich vorüberziehen lassen: »Er sah es klar, sie hatten ihn nie für ernst genommen, die Herren vom Adel, nie für ihresgleichen; sie hatten nicht mit ihm geplaudert, gekneipt, sich geduzt — nein, nur mit seinem Geld . . . Und auch er war trotz seiner Taufe im Herzen der Jude geblieben, der die Gojim haßte, ausbeutete (aber, Paul, doch umgekehrt 1), sie als Sprungbrett benutzte . . . Und seines Lebens größter Irrtum wurde ihm klar. Hundertmal hatte er sich der Waffe gerühmt, die ihm die Kraft, die Sicherheit gab, seines Geldes; und doch hatte er gerade dieses Geld verschleudert, mit vollen Händen, an diese Aristokratie verschleudert, sich selbst waffenlos gemacht . . . Eine dumpfe Ahnung stieg in ihm auf, daß der echte Adel, der wahre Aristokrat sich niemals mit ihm gemein gemacht hätte, wie der wahre Jude sich nie zum »Grafen Cohn« gewandelt . . . sein Geld um fremder Schmarotzer willen vergeudet, nie mit einer Komteß sich verlobt und ihr zuliebe seinen Glauben abgeschworen hätte ... Er war unterlegen an seinen eigenen Fehlern, an denen seiner Rasse . . .« Frage: Stellt er seine Rasse 15*

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