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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1914-01-01 · Heft 2 · p. Seite 226

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
58 (1914)
Issue
Heft 2
Article
Die Darstellung der Juden im deutschen Roman des zwanzigsten Jahrhunderts
Date
1914-01-01
Page
Seite 226 (sequence 18)
Language
German
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226 Die Darstellung der Juden im deutschen Roman Rock (will sagen: den Offiziersrock). Wenn es gilt vor der Front, seinen Leuten ein Vorbild, den Heldentod zu sterben, da hilft nicht Geld, nicht Konnexionen, da bewährt sich nichts als die Zucht des Kriegshandwerks. Wo■ war der Jude in all den Jahrhunderten, seitdem die Trompeten von Jericho den durch Verrat erkauften Sieg ver־- kündeten? Mag auch der einzelne einmal nicht versagen; — das Volk als solches ist durch der Zeiten unablässigen; Druck gebrochen, durch Folterkammer und Scheiterhaufen zermürbt bis in die letzten Tage von Kischinew. Und darum sollen den deutschen Bataillonen Germanen vorausgehen, soll uns der Semit nicht das Volk in Waffen erziehen wollen. Wir gaben den Juden Alles — Eines aber wollen wir uns rein erhalten: das deutsche Heer, das deutsche Offizierkorps.« Einer Widerlegung bedürfen diese Äußerüngen mit ihren Unwahrheiten und inneren Widersprüchen wohl nicht. Trotz einigen schwachen Versuchen des in der Gesellschaft anwesenden Chefredakteurs des Regierungsblattes, das zu tun, wird damitwohl auch die Ansicht des Autors zum Ausdruck gebracht. Der Redakteur sagt z. B.: Mögen Sie die Juden hassen, soviel Sie wollen, aber Sie müssen sich mit ihnen abfinden; sie sind heutzutage ein unentbehrlicher Faktor im Staats- und Gesellschaftsleben. Und darauf antwortet überaus geschmackvoll Prinz Lothar: »Auch Läuse mögen im Haushalt der Natur unentbehrlich sein; darum sehe ich nicht ein, daß gerade ich sie haben muß«, wozu ein tiefsinniger Leutnant bemerkt: »Man kriegt sie, ohne sie zu wollen.« Diese Gesinnungen bestimmen natürlich auch den Baron Sternau, der sich mit Recha verlobt hat und von ihr vor der erzwungenen Quittierung des Dienstes gerettet worden ist; er bricht anstandslos sein deutsches — und Offizierswort. Isidor ist zwar in dieser Gesellschaft sehr wenig schmeichelhaft behandelt worden; das ficht ihn indessen nicht an. Er ist ja bloß ein Jude, auch nachdem er sich hat taufen lassen. Allerdings wird er in diesem

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