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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1914-01-01 · Heft 2 · p. Seite 222

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
58 (1914)
Issue
Heft 2
Article
Die Darstellung der Juden im deutschen Roman des zwanzigsten Jahrhunderts
Date
1914-01-01
Page
Seite 222 (sequence 14)
Language
German
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222 Die Darstellung der Juden im deutschen Roman jüdischen Beurteiler1): »Man möchte sich gegen die Schemen der Juden wenden, wie gegen den Schemen Renate, gegen ihr romanhaftes Schicksal, gegen die Be- Stimmung ihres Lebens, trockenen Fußes über Sumpf und Schlamm zu gehen ... Man empfindet den symbolischen Schluß, die Liebesnacht Agathons und Renatens, als Bornbast.« Doch wie schon gesagt, mir handelt es sich keineswegs um die literarische Würdigung des Buches, sondern einzig um die Darstellung der Juden, die ich im Vorangehenden gebührend gewürdigt habe, und ich schließe mit einer Bemerkung von Zunz2), deren Anwendung nahe liegt: »Die Erfindung der lügnerischen Beschuldigungen des Kinderschiachtens, Bluttrinkens, Brunnenvergiftens und Hostienkreuzigens ist im Wesentlichen von den getauften Juden ausgegangen.« Die Darstellung der Jaden bei Paal Langenscheidt. Wassermann erhebt immerhin literarische Ansprüche; ein Machwerk ärgster Art jedoch, rein auf Spekulation berechnet schon durch den marktschreierischen Titel, ist Graf Cohn, Roman von Paul Langenscheidt, 1909, Verlag Dr. P. Langenscheidt, Berlin, 381 Seiten. Er wäre nicht wert, daß von ihm Kenntnis genommen werde, wenn nicht gerade an ihm gezeigt werden könnte, wie sich in manchem Kopfe die Juden spiegeln und wie geschmackvoll dann dieses Spiegelbild aufs Papier gebracht wird. Schon der Anfang zeugt von feinem Geschmack und großer Schilderungskraft. »Er stand ganz allein an eine Säule gelehnt (siehe Byron: Lara und W. Hauff: Mann im *) Adalb. Sorge!, Dichtung und Dichter der Zeit, R. Voigt-!ander, Lpz. 1912, S. 650. *). Synagogale Poesie S. 14, angeführt nach Stobbe: Die Juden in Deutschland während des Mittelalters, S. 182, A. 1. Stobbe selbst fügt hinzu: ■־In vielen Fällen ist es historisch überliefert, daß von getauften Juden derartige Angebereien herrührten.«

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