Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 58 (1914)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Das Königlich Westphälische Konsistorium der Israeliten
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 204 (sequence 27)
- Language
- German
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- Seesen 1× ep/1048106
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204 Das Königlich Westphälische Konsistorium der Israeliten. die erste öffentliche Volks-Schule Hessens und eine der ersten in Deutschland, war keine Freischule, wie die Schwesieranstalten fast alle es waren, sondern sah neben einer größeren Zahl von Freistellen für Kinder unbemittelter Eltern ein mäßiges Schulgeld vor. Sie wurde nur von Knaben besucht Für die armen Kinder und Waisen war eine Erziehungsanstalt in Verbindung mit der Schule eingerichtet1 2). Die Anmeldungen liefen zahlreich ein. Die Schülerzahl betrug 1810 »einige und siebzig«, gemäß Be* rieht des Konsistoriums, nach »Sulamith« a. a. O. 76, in drei Klassen unterrichtete Kinder. Bei der 1810 auf Ver־־ anlassung des Maires von Cassel angestellten Enquete sollen sogar 96 durch acht Lehrer unterrichtete Kinder vorhanden gewesen sein8). 1811 war die Schülerzahl auf 100 gestiegen. Mit der Anstalt war eine Synagoge verbunden, in welcher neben hebräischen auch deutsche Gebete zum Vortrag gelangten, deutsche Lieder gesungen und bei dem alisabbathlichen Jugendgottesdienste durch einen der Konsistorialräte Predigten gehalten wurden3 * * * *). Das Schulloka! 0 Siehe weiter. Von den aasgelosten fünfzig Kindern wurden aas Ersparnisgründen fünfundzwanzig in der Jacobsonschule zu Seesen (vgl. oben S. 89) untergebracht. Auch die von Jacobsons Schwager gestiftete Samsonschule zu Wolfenbüttel wollte mehrere aufnehmen. (Geheim. Staatsarchiv Berlin a. a. O.) So hoffte das Konsistorium die fünfzig armen Kinder mit 6000 Talern unterhalten zu können. Nach »Sulamith« a. a. O. S. 9 genossen 24 Kinder in der Schule den Unterricht frei. 2) Nach Knabe in der »Zeitschrift für hessische Geschichte« Jahrgang 1893, S. 12, Festschrift״»Vorgeschichte der Oberrealschule«:, Kimpel »Hessisches Volksschulwesen« Bd. I, S 34 wären nur Religion und Hebräisch Gegenstände des Unterrichtes gewesen. Davon kann nicht die Rede sein. Siehe weiter und »Sulamith« a. a. O. (»außer dem Unterrichte in den verschiedenen nötigen Kenntnissen«). 8) Siehe »Sulamith« a. a. O., Philippson »Skizzen« I, S. 97, Kayserling »Kanzelredner« Bd. I, S 13. Gelegentlich sprachen wohl auch andere Gelehrte. So berichtet uns dies Philippson a. a. O. I, S. 92, Kayserling a. a. O. von dem bekannten Hebraisten Salomon Cohn.