Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 58 (1914)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Das Königlich Westphälische Konsistorium der Israeliten
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 203 (sequence 26)
- Language
- German
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Das Königlich Westphälische Konsistorium der Israeliten. 203 Seminar wurde mit nur fünf Seminaristen eröffnet, während man ursprünglich auf zehn gerechnet hatte1). Die Namen der ersten Seminaristen sind uns erhalten geblieben2 *). Sie hatten ihre Vorbildung in der 1809 begründeten Schule empfangen8). Von nur im Seminar getriebenen Lehrfächern wird außer Talmud und Maimonides noch Musik erwähnt5 * *). Die Konsistorialschule zu Cassel. Am 15. August 1809, am Geburtstage Napoleons, wurde die Schule feierlich eröffnet4). Mehrere Lieder, darunter ein von dem berühmten Kanzler der Universität Halle, Niemeyer4), gedichtetes, wurden gesungen und von Berlin und Heinemann Reden gehalten5). Die neue Schule, errichtet, an welchem die Mitglieder des Königlichen Konsistoriums der Israeliten den Unterricht theils leiten, theils selbst ertheilen werden«. Vgl. das Tableau von 1811 im Anhang. ג) »Sulamith« a. a. O. Das Konsistorium hatte sich »aus samtliehen Departements eia Verzeichnis von allen vorhandenen Waisen männlichen Geschlechts, sowie von solchen Eitern, die nicht im Stande sind, ihre Kinder zu erhalten, einschicken lassen und hieraus eine Verloosung von 50 vorgenommen.« Von diesen Kindern sollten »25 zu Handwerkern bestimmt, 15 zu Wissenschaften und zum kaufmännischen Stand« und 10 im Seminarium zu jüdischen Theologen und Schullehrern gebildet werden. Diese Verlosung hat am 30. November 1809 stattgefunden. Bericht vom 12. März 1810. 2) Amram a, a. O. gibt irrtümlich, jedenfalls nach »Sulamith« (Vgl. Anmerk. 26) 10 statt 5 an. Die Namen sind: G. Kafzenstein- Holzminden, S. Ö, Grünhut־Bebra, E. S. Fuchs-Stadtlengsfeld, J. B. Blith-Stadtlengsfeld (Horwitz a. a. O. irrtümlich ßlütb) und Hirsch Löwenheim-Gehaus. (Geheimes Staatsarchiv, Berlin Rep. 6, IV B. Nr. 8.) י) »Sulamith« a. a. 04 S. 383. Siehe Tableau von 1811 im Anhang. 4) Moniteur vom 5. September 1809. Horwitz a. a. O. gibt irrtümüch das Jahr 1810 als Gründungsjahr an. Über Niemeyer siehe oben S. 85. *) Die Eröffnung war anfangs für den 1. August in Aussicht genommen. Siehe Anhang. Zu Beginn der Feier wurden vier und am Schlüsse die fünfte Strophe eines Liedes gesungen.