Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 58 (1914)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Das Königlich Westphälische Konsistorium der Israeliten
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 189 (sequence 12)
- Language
- German
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Das Königlich Westphälische Konsistorium der Israeliten. 189 Kalkar seine Stockholmer Stellung mit der eines Mitgliedes der höchsten israelitischen Behörde im neuen Königreich Westphalen. In einem interessanten Briefe an Jacobsohn weist der berühmte, allverehrte L. J. Rießer auf Berlin und Kalker (sic) als fromme Männer hin, deren Tendenzen Jacobsohn doch seinerzeit gebilligt habe1). Von einer Zusammenkunft Berlins und Kalkars mit den beiden Lehrern der Dessauer Schule, Moses Philippson und Joseph Wolf, erzählt der letzteren Biograph, ohne auf einzelnes näher einzugehen2 3). Dem Zusammenhänge nach zu urteilen, scheint es sich hauptsächlich um Beratungen über rituelle Streitfragen gehandelt zu haben. Kaikar wurde zugleich mit seiner Berufung als geistlicher Konsistorialrat zum Rabbiner für das Departement der Werra mit dem Wohnsitz in Witzenhausen und einem Gehalt von 2000 Frcs. ernannt. Später erscheint er als Departementsrabbiner zu Eschwege. ln seinem Todesjahre 1812, am 29. Januar, nahm er in Verbindung mit Heinemann eine unangemeldete Revision der von Jacobsohn begründeten Seesener Anstalt9) vor, die den höchsten Unwillen ihres Direktors, des Hofrates Schott, erregte. Es ist anzunehmen, daß es sich dabei auch um religiöse Gegensätze handelte9). Kalkar starb am 21. Juni 18124 * * * *). Er hinterließ eine Witwe mit vier unmündigen Kindern4). ג) Zeitschrift für Geschichte der Jaden in Deutschland Band L S. 368 ff. Auch in dän. Quellen lautet der Name so. 2) Philippson, Biographische Skizzen, I. Heft, S. 98. 3) Archiv der Jacobsohn-Schule »Die Einrichtung eines jüdischen Kons.« Nr. 47. Über Schott siehe auch oben S. 88 und Anm. 1, 2, 3־ 4) Noch kurz vor des Vaters Heimgang hatte der Präsident Jacobsohn selbst, der es in unschuldiger Eitelkeit liebte, sich gelegen!- lieh auch als Redner beim Gottesdienste zu betätigen, einen von K’s. Söhnen nebst drei anderen Jünglingen konfirmiert. Jeder der vier schien ihm in seiner Art einer solchen Auszeichnung würdig: L. Kalkar,. der sich dem Handwerkerberaf widmen wollte, als Sohn seines gleich frommen, gelehrten und liebenswürdigen Kollegen im Konsistorium*