Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 58 (1914)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Das Königlich Westphälische Konsistorium der Israeliten
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 187 (sequence 10)
- Language
- German
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Das Königlich Wesiphälische Konsistorium der Israeliten. 187 Simon Isak Kalkar. Über Simon Kalkars1) Geburtsjahr lauten die'Nachrichten verschieden, ln Altona 1754 oder 1756 geboren2), kam er 1776 nach Kopenhagen und war hier 13 Jahre lang bei Joseph Moses Wessely — vermutlich als Hauslehrer — tätig3). Am 20. März 1780 suchte sein Altonaer Landsmann Haendel Jacob Rüben im Verein mit Kalkar um das Privilegium nach, in Kopenhagen eine Kattundruckerei anzulegen und trat mit der Begründung dieses Unternehmens an die Spitze eines hochbedeutsamen Industriezweiges, ln eine Textilaktiengesellschaft verwandelt, besteht das Unternehmen heute noch und zwar — ein eigenartiger Zufall — unter der Direktion eines Urenkels Kalkars. 1789 bewarb Kalkar sich um die Kopenhagener Lehrerstelle und erhielt sie4 *). 1803 scheint er als Rabbiner nach Stockholm übergesiedelt zu sein, ein Amt, welches er bei seiner Berufung nach Cassel noch innegehabt haben soll, ln der Stockholmer Gemeindestube hängt heute noch sein Bild6). Seine 1J Kalkars Gestalt war für uns bisher in Dunkel gehüllt. Obige Angaben erhielt ich, soweit sie nicht die Casseler Zeit betreffen, meist durch die außerordentliche Liebenswürdigkeit des Herrn Oberrabbiners Professor D. Simonsen in Kopenhagen aus dänischen Quellen. s) Der Bericht über die Kopenhagener Volkszählung von 1787 verzeichnet: Simon Isak Kalkar, 31 Jahre alt, bei den Gelehrten der jüdischen Nation. Verheiratet mit Hendel Nathan, 21 Jahre alt. Kind: Bella 4 Jahre alt. Anderswo wird sein Geburtsdatum auf den 7. Ok-!ober 1754 verlegt. 8) J. M. Wessely war ein naher Verwandter des berühmten Dichters dieses Namens. 4) Am 1. Oktober 1789. — Am 9. Oktober des Jahres erhielt er den Geleitsbrief und damit wohl das »Bürgerrecht«. B) Freundliche Mitteilung des sei, Oberrabbiners Professor Klein in Stockholm, der mich auch auf eine Erwähnung Kalkars als Stock« holmer Rabbiners in קולי יעקב von Moses Hausen (Seite 36 b) erschienen 1803, aufmerksam macht. Vielleicht hatte K. vor der Casseler Zeit sein Rabbineramt in St. wieder aufgegeben. Öfteren Wohnsitzwechsel finden wir indessen auch sonst, so bei Wittersheim.