Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 58 (1914)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Das Königlich Westphälische Konsistorium der Israeliten
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 186 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2829132-2829859-2829862-2892801--41136-2892870- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
186 Das Königlich Westphälische Konsistorium der Israeliten. den Rücken. Am 26. April 1814 weilte er aber noch dort1). Am 15. Februar 1815 schreibt Konsistorialrat Heinemann an Jacobsohn nach Berlin, Steinhardt habe bei seinem Abgange nach Paderborn Heinemanns Frau den Schlüssel zu der nachmals so viel erwähnten eisernen Kiste, die die Wertpapiere der Talmudthorakasse2) barg, ausgehändigt3). Über die Tätigkeit Steinhardts in seinem neuen Wirkungskreise Paderborn, siehe den Anhang. Die mir durch freundliehe Vermittlung des Herrn Waisenhaus-Inspektors Heilbrunn zur Verfügung gestellten alten Paderborner Gemeinde- Protokolle verzeichnen zum Jahre 1815 die Notiz, dem Landesrabbiner Steinhardt sei ein Synagogensitz eingeräumt worden. Zum Paderborner Landrabbinat gehörte auch Neukirchen, dessen Beitrag zu dem Gehalt des Landrabbiners in den Gemeindeakten erwähnt wird4). In Paderborn starb Steinhardt im 58. Lebensjahre im September 18254). *) Brief Merkeis von diesem Datum (siehe weiter). *) Ein Fonds von 11320 Talern, 21 Albus, 10 Hellern, über den das Konsistorium nach langem Streit am 1. März 1810 das Verfügungsrecht erhalten hatte, und um den ein bis zum Jahre 1823 währender Streit zwischen Jacobsohn und den neuen Männern, den »Vorstehern und Deputierten der israelitischen Korporation in Kurhessen« geführt werden sollte. Siehe weiter. 8) Siehe unten im Anhang. Interimistisch verwaltete Steinhardt mit Berlin zusammen nach Kalkars Tode auch dessen Rabbinat Eschwege. Der Konsistorialkasse sollten dadurch 5000 Frcs. — Kalkars Gehalt ־־־ erspart werden. Durch diesen Vorschlag hoffte das Konsistorium den in Geldangelegenheiten stets so wenig entgegenkominenden Minister für die Zahlung einer Witwenpension von einem Viertel des von Kalkar bezogenen Gehaltes zu gewinnen. Trotzdem drang es mit seinem bei den bedrängten Verhältnissen der Hinterbliebenen ־־־־ einiger Kinder wollen sich die Verwandten annehmen — doppelt berechtigten Anträge erst nach wiederholten Berichten durch. (St. A. Berlin, IV, B. Rep. VI, Nr. 6 und Nr. 20.) 4) Sulamith VII. Jahrgang II. Band S. 11 ff. Über die westphälischen Landtage, die ganz ähnlich wie in Kurhessen unter dem Vorsitz eines fürstlichen Beamten stattfanden, berichtet die Zeitschrift für vaterländische Geschichte und Altertumskunde Band X Münster 1847 S. 270 ff. Über Paderborn s. auch den Artikel in Jew. Enc. IX 454 ff.