Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1914-01-01 · Heft 2 · p. Seite 185

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
58 (1914)
Issue
Heft 2
Article
Das Königlich Westphälische Konsistorium der Israeliten
Date
1914-01-01
Page
Seite 185 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2829132-2829859-2829862-2892801--41135-2892869
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Das Königlich Westphälische Konsistorium der Israeliten. 185 Menachem Mendel Steinhardt. Geboren 1768 in Furth als Neffe des dortigen Rabbiners1) Josef Steinhardt1) wurde er 1808 als Rabbiner zu Hildesheim zum Mitgliede des Konsistoriums berufen2 *). Zugleich wurde er zum Rabbiner für das Departement der Leine mit dem Amtssitz in Seesen und einem Jahresgehalt von 1200 Frcs. ernannt. Später bezog er als Departements-Rabbiner zu Warburg ein Gehalt von 500 Talern. Als Konsistorialrat hatte er ein Gehalt von ca. 618 Talern, wie die beiden anderen geistlichen Konsistorialräte. Im Konsistorium hatte er mit Berlin zusammen die theologischen Sachen zu bearbeiten8). Aus Steinhardts literarischer Tätigkeit ist besonders seine Schrift »Dibre ha־Iggeret« (Rödelheim 1812) bekannt, in welcher er die durch das Konsistorium verordneten rituellen Erleichterungen zu rechtfertigen versuchte. Ähnliehen Zwecken dient seine Arbeit »Scheelot und Teschubot Dibre Menachem« (Offenbach 1804). Auch deutsche Predigten von ihm werden erwähnt. In dem 1810 begründeten Lehrer-Seminar erteilte er den Unterricht im Talmud und Maimonides4). Als die Herrlichkeit des Benjamin unter den Napoleoniden, Jeromes, zusammenbrach und mit ihr das israelitische Konsistorium5 *), kehrte auch Steinhardt Cassel ף Nach Mitteilung Dr. Branns war er der Neffe des damals in Fürth amtierenden Joseph ben Menachem Mendel Steinhardt (gest. am 7. August 1776.) Über Josef Steinhardt siehe Barbeck »Geschichte der Juden in Nürnberg und Fürth« S. 64 ff., Jew. Enc. XI 343. Suiamith VII. Jahrgang II. Band, S. 11 bezeichnet unseren Mendel Steinhardt fälschlich als Sohn des Fürther Rabbiners. So auch Stein־״ Schneider, Katalog der Bodleiana 1533. 2) »Moniteur« 1808, »Jedidja« (»allgem. Archiv des Judentums«) Jahrgang 1843. 1804 kam Steinhardt nach Hildesheim. Vorher war er in Minden. Siehe Anhang. *) Oben S. 85. 4) Über das Seminar unten Seite 201. Über Steinhardts Predigten Sulamith IV, Bd- II, 251. 8) Siehe unten.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.