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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1914-01-01 · Heft 2 · p. Seite 183

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
58 (1914)
Issue
Heft 2
Article
Das Königlich Westphälische Konsistorium der Israeliten
Date
1914-01-01
Page
Seite 183 (sequence 6)
Language
German
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Das Königlich Westphälische Konsistorium der Israeliten. 183 rabbiner«, wie sie dem »rühmlichst bekannten, gelehrten und echtfrommen« (Sulamith IV. Jahrgang II. Band S. 162) Greise beigelegt worden ist1), als unangebracht betrachtet werden. Ein Hauptstück der Reform, fast die einzige, die allen Anfeindungen zum Trotz sich überall siegreich durchgesetzt hat, die deutsche Predigt nämlich, scheint er weniger gepflegt zu haben. Wohl kaum deshalb, weil er sich wie viele seiner damaligen Kollegen dazu unfähig gefühlt hätte. Hatte er doch in Bamberg dem Gerichte gegenüber selbst zugestanden, ausreichende Übung im Gebrauch der deutschen Sprache zu besitzen2), obwohl ihm das Gegenteil nütz- Hcher gewesen wäre, und bezeugen doch seine Schriftsätze die Wahrheit dieser seiner Angabe durchaus. Es dürften also doch wohl religiöse Bedenken vorliegen, wenn er am 11. Februar 1808 beim Dankfeste, das der Emanzipation galt, in hebräischer Sprache predigte und Jacobsöhn die deutsche Rede überließ, wohl eine der ersten in einer Synagoge von dem Verfasser gehaltenen Predigten3). Während *) So nennt ihn Eckstein »Nachträge« S. 42. Ganz anders urteilt ein Mann wie Lazar Rießer, vgl. Zeitschrift für Geschichte der Juden in Deutschland Band I, S. 368 ff. Jacobsohn selbst sagt in seinem Bericht an den Minister Simeon (abgedruckt bei Horwitz a. a. O. S. 21) »Ich muß freimütig gestehen, daß die Wahl der Departementsrabbinen (darunter Berlin, Kalkar und Steinhardt) streng genommen nicht die Erwartungen der aufgeklärten Glaubensgenossen erfüllen wird«. י) Siehe Eckstein a. a. O. S. 12. s) An und für sich kommt auf die Priorität hiebei nicht so sehr viel an. Aber da Ph. Philippson »Skizzen« II. Heft, S. 185 und nach ihm Kayserling »Bibliothek jüdischer Kanzelredner« I, S. 7, Martin Philippson »Neueste Geschichte« I, 161 diese angebliche Tatsache von Wolfs Priorität als so wichtig hingestellt haben, so seien auch hier darüber einige Worte gestattet. Irrtümlich ist es jedenfalls, wenn M. Philippson Wolfs erste Rede schon in das Jahr 1805 verlegt. Sie fand vielmehr erst am 22. Oktober 1808 statt, wie die fesselnde, ausführliche Schilderung in den »Skizzen« S. 180 ff. ergibt. Die Predigt Jacobsohns, des ehemaligen Rabbiners, wurde also weit früher gehalten. (Über die Rabbinertätigkeit Jacobsohns siehe oben. Jacobsohn sprach ferner bei dieser Gelegenheit im Tempel zu

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