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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1914-01-01 · Heft 2 · p. Seite 180

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
58 (1914)
Issue
Heft 2
Article
Das Königlich Westphälische Konsistorium der Israeliten
Date
1914-01-01
Page
Seite 180 (sequence 3)
Language
German
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180 Das Königlich Westphälisclie Konsistorium der Israeliten. auch in dem zu seinem Glücke neugewonnenen zu Cassel unmöglich zu machen. Sie wußten deshalb den Urteils- Spruch des Fürstbischöflichen Gerichtes immer wieder hinaus zu schieben. Rührend zu lesen sind die Bittgesuche des Gequälten1), so oder so doch endlich die Untersuchung abzuschließen. Die gründliche Prüfung der Akten ergibt das gleiche Resultat, zu welchem schon der gerichtliche Gutachter kam, dass die Denunzianten ihre Beschuldigung der unerlaubten Geschenkannahme in Amtssachen mit nichts haben bescheinigen können2 *). Auch die übrigen ihm in Bamberg gemachten ebenso grundlosen Vorwürfe haben das hohe Ansehen nicht im mindesten erschüttern können, dessen sich Berlin als »Oberlandrabiner der jüdisehen Gerichte zu Hessenkassel«8) zu erfreuen hatte. Wenn man ihm auch bei seiner im Sommer 1795 erfolgten Ankunft in Cassel die Pferde nicht vom Wagen ausgespannt haben sollte, wie eine mündliche Ueberlieferung zu melden weiß4 5), so brachte man dem scharfsinnigen Talmudisten, der »eine jetzt vielleicht kaum noch vorhandene Vollendung des rabbinischen Studiums« aufzuweisen vermochte, dem »Weisen im strengsten Sinne des Wortes«8) zweifellos große Verehrung entgegen. Als Jacobsohn sein Konsistorium zusammensetzte, wurde Berlin, der schon das biblische Alter erreicht hatte, ebenfalls Mitglied der neuen Behörde, sowie Großrabbiner6). Als solcher zeigte er für Er unterzeichnet bald Löw Mayer Berlin, bald Löb Mayer Berliner, bald Löw Mayer Berliener. a) Eckstein »Nachträge« S. 31. 8) So unterzeichnet er eine Eingabe vom 9. März 1795 an die Bamberger Behörde« 4) Eckstein »Nachträge« S. 34. Berlins Amtssiegel in Cassel zeigt in der Mitte einen gekrönten Löwen, über dessen Haupte im Halbkreise die Worte: Löw Mayer Berlin. Am Rande des Kreises der Titel: »Fürstl. Hessen Casseiischer LO. Rabbiner. 5) Siehe Todesanzeige a. a. O. *) Nicht 1809, wie es in Sulamith Jahrgang IV, Band I, S. 430

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