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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1914-01-01 · Heft 2 · p. Seite 171

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
58 (1914)
Issue
Heft 2
Article
Eine unbekannte jüdische Sekte
Date
1914-01-01
Page
Seite 171 (sequence 29)
Language
German
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Eine unbekannte jüdische Sekte. 17t sehen, und lasse herannahen den Sprößling deines Knechtes. David Aaron aus Nicomedia gebraucht demnach טורה צדק für אליהו הנביא des Gebetbuches. Es scheint freilich, daß in späterer Zeit der Gebrauch von ביאת מורה צדק als Bezeichnung der messianischen Zeit mißverstanden wurde, indem man »den Lehrer des Wahren« mit »dem Messias« identifizierte, was um so eher geschehen konnte, je mehr man den Messias als einen-»Lehrer« sich dachte. Einen sicheren Beleg für diese Identifikation finde ich allerdings nur bei einem späteren Schriftsteller1), der vielleicht aus purer Unwissenheit den Messias als מורה צדק bezeichnete. Wenn nun auch מורה צדק par excellence für den Pro־־ pheten Elija steht, so wurde dieser Titel doch auch hervorragenden Gelehrten als besondere Ehrenbezeichnung beigelegt2). Belegen läßt sich zwar dieser Gebrauch erst aus dem elften Jahrhundert. Raschi3) beehrt mit diesem Titel seinen Lehrer R. Isaak b. Jehuda. Die Kollegen Raschis, R. Eijakim4) und stehen, weswegen erst משיחך, dann אליהו und zum Ende der Sproßling Davids folgt. Vgl. weiter. Freilich ist mir nicht bekannt, daß die Karäer den ephraimitischen Messias von den Rabbaniten übernahmen. Stammt dieser ganze Satz aus einer rabbanitischen Quelle? *) Der anonyme Verfasser der apokryphen Biographie des Mai־ monides — Revue E. J. IV, 175, 176 — bemerkt, daß es im Talmud 18 Stellen gibt, die unerklärbar sind und so bleiben werden bis zur Ankunft des מורה צדק. Nun sind diese 18 Stellen, die Neubauer a. a. O. nicht erklären konnte, sicher identisch mit den oben von uns näher angegebenen 18 Stellen, wo der Talmud Rechtsfragen unentschieden läßt עד שיבוא אליהו; dieser anonyme Schriftsteller jedoch versteht unter מ״צ ganz gewiß den Messias, wahrscheinlich auf Grund der falschen Auffassung von Bechorot 24a. 2) Ähnlich kommt im Babli wie Jeruschalmi משה als Ehrentitel für große Gelehrte vor; vgl. Kohut, Aruch completum s. v. 8) Joma 16b. 4) 65;54;17 מעשה הנארגים. Wahrscheinlich ist auch Pardes 36 b unter מ״צ dieser Gelehrte gemeint. Epstein, Steinschneider-Festschrift 126, hat nachgewiesen, daß der in dem R. Gerschon zugeschriebenen Talmudkommentar häufig erwähnte מידה צדק kein anderer ist als dieser R, Eijakim.

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