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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1914-01-01 · Heft 2 · p. Seite 162

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
58 (1914)
Issue
Heft 2
Article
Eine unbekannte jüdische Sekte
Date
1914-01-01
Page
Seite 162 (sequence 20)
Language
German
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162 Eine unbekannte jüdische Sekte. Schrift, die übrigens hierin mit der der modernen Bibeikritik wesentlich übereinstimmt, die Wiedereinführung der Thorah als Gesetzbuch, nachdem sie seit dem Tode Josuas in Vergessenheit geraten war1). Erst als unter Joschijahu die Thorah aufgefunden wurde, erkannten sie, wie sündhaft ihr bisheriger Lebenswandel war. Wie in der Himmelfahrt Moses 11,5 die Regierungszeit der zwanzig judäischen Könige als »zwanzig Jahre« erscheinen, so spricht auch unsere Schrift von der Regierungszeit der zwanzig Könige2) von Saul bis — einschließlich Isch Böschet — Joschijahu als die zwanzig Jahre des Irrens und Herumtastens. Erst unter dem frommen König Joschijahu erstand ihnen »der Lehrer des Wahren«, der Israel auf dem gottgefälligen Wege leitete. Ob nun Joschijahu selbst dieser Lehrer sei oder, was wahrscheinlicher ist, der Hohepriester3), der die Thorah zur Zeit dieses Königs fand, darunter zu verstehen sei, läßt sich mit Bestimmtheit nicht sagen; sicher ist aber, daß der מורה צדק an dieser Stelle niemand anders ist als der Restaurator4) der Thorah zur Zeit Joschijahus. Damit soll aber nicht gesagt sein, daß dieser Ausdruck-in unserer Schrift ג) Vgl. ausführlich darüber oben. *) Möglich wäre auch, daß die zwanzig israelitischen Könige von Jerobeam bis — einschließlich Tibni — Hoschea gemeint sind; die ersten drei Könige Saul, David und Salomon, die, wenn sie auch nicht ganz nach dem Herzen unserer Schrift waren —5 ,5 ־ —, bilden doch eine Klasse für sich, die nicht gut mit den gottlosen Königen zusammen genannt werden konnte. Die Richterzeit ist nach beiden Auffassungen nicht berücksichtigt, weil deren Anfang — 5, 4 — noch zu der »guten« alten Zeit gehört. Wahrscheinlicher jedoch ist die Annahme, daß die Richterzeit als »eins« zu zählen sei, wonach Joschijahu der zwanzigste Oberrichter war, von Isch Böschet zu rechnen. s) In 5, 5 צדוק genannt, wofür ich S. 28 דזלק־ה ב] צדוק ver״ mutete; es wäre darauf hinzuweisen, daß in einer Handschrift des Seder Ol. — Neubauer, Med. Jew. Chr. I, 165 — צדוק als Vater des חלקיה erscheint. 4) Nach Sifre Deut. 48 war es Schafan; eine Eh1|, die dieser seinem Titel סופד »Schriftgelehrte« zu verdanken hat.

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