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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1914-01-01 · Heft 2 · p. Seite 137

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
58 (1914)
Issue
Heft 2
Article
Hermann Cohens methodische Begründung des Judentums
Date
1914-01-01
Page
Seite 137 (sequence 9)
Language
German
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Hermann Cohens methodische Begründung des Judentums. 137 heit wie die Ethik sie zu denken hat, muß Wahrheit der Erkenntnis sein. Erkenntnis aber ist in erster Linie Logik.« »Indessen die Logik allein hat Richtigkeit, Gesetzlichkeit, Allgemeinheit, Notwendigkeit, an sich aber keine Wahrheit. Die Ethik erst bringt die Wahrheit hinzu; sie bringt sie hinzu; sie kann sie nicht aus sich selbst schöpfen. (»Ethik des reinen Willens,« S. 83.) Dieses Verhältnis der Ethik zur Logik läßt uns schon die Differenz zwischen Ethik und Religion ermessen: Ethik ist Wissenschaft, Religion aber ist es nicht. Religion ist die künstlerische Befreiung der sittlichen Gedanken von ihrer begrifflichen Gebundenheit; Ethik ist aber Erkenntnis, begriffliche Grundlegung der Wahrheit. Was bleibt aber für die Religion übrig, wenn Wahrheit nur in der Verbindung von Logik und Ethik gesucht werden soll? Und nimmt denn nicht die Religion den Ausdruck Wahrheit ebenfalls in Anspruch? Wir kommen somit von der allgemeinen Frage nach dem Verhältnis von Ethik und Religion zum spezifischen Verhältnis von Ethik und jüdischer Religion. Es ist ja der Monotheismus, der die Wahrheit für den einzigen Gott beansprucht. Dieser Gottesbegriff soll ja, wie wir bereits aus unseren vorigen Erörterungen wissen, auch in der Ethik das Problem der Wahrheit bestimmen. Er bedeutet die Gewährleistung des sittlichen Ideals, die Realisierung der Sittlichkeit, die Sicherung des Seins für das Sollen. Er bedeutet: daß das sittliche Ideal kein Phantom bleibt, sondern immer mehr die Wirklichkeit erobert. Somit bildet er jenen Begriff, der den Zusammenhang zwischen Logik und Ethik vollzieht. »Diese Verbindung der Logik und Ethik entspricht dem Grundgesetze der Wahrheit. Und so wird in diesem genau definierten Sinne der Begriff Gottes der Begriff der Wahrheit.« (a. a. O. S. 417.) Wir können also jetzt näher und präziser fragen: worin unterscheidet sich der Begriff des wahren Gottes bei den Propheten als den

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