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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1914-01-01 · Heft 2 · p. Seite 136

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
58 (1914)
Issue
Heft 2
Article
Hermann Cohens methodische Begründung des Judentums
Date
1914-01-01
Page
Seite 136 (sequence 8)
Language
German
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136 Hermann Cohens methodische Begründung des Judentums. und arbeite, glaube an das Sittliche und arbeite am Sittliehen. Und das ist der echte Optimismus: der Glaube an die sittliche Arbeit. Es ist aber ein falscher Optimismus, wenn man sagt: Alles in der Welt ist gut, da es doch von Gott kommt. Das ist kein Glaube an die sittliche Arbeit, an das sittliche Werden; sondern an das starre, tote Sein. Nicht: es ist gut, sondern: es wird gut sein — sagt der Messianismus. Daher dürfen uns all die Reaktionsströmungen nicht entmutigen, die Sackgassen der Geschichte unsern Weg nicht verdunkeln; sie sind uns ein Ansporn zum Kampf: weil schwierigen. Und »mag die Realität des Sittlichen noch so arg verschränkt werden, der sittliche Geist kann an ihrem unverlierbaren Besitzer nicht verzweifeln.« V. ״Ethik des Judentums.“ »Religion und Sittlichkeit machen den Anspruch, einen und denselben Begriff zu bedeuten. Aber in diesem Doppelworte wird die Einheit der Kultur zum Rätsel. Religion ist Sittlichkeit. Ist sie aber nichts anderes als Sittlichkeit?« (»Religion und Sittlichkeit«, S. 6.) »Eine große Strecke geht sie mit dem Sittlichen zusammen, und es könnte scheinen, als ob ihr Weg derselbe wäre, wie der der Sittlichkeit.« (a. a. O. S. 19.) Was unterscheidet die Religion mit ihrer Sittlichkeit von der Sittlichkeit der Philo- Sophie? Wir haben bereits die Methode der Ethik zur Genüge kennen gelernt, um nicht mehr daran denken zu wollen, daß die Ethik ein methodisch gleiches Gebiet ,habe mit der Religion. Wir wissen: die Ethik setzt im System der Philosophie die Logik voraus. Die Ethik ist Logik der Geisteswissenschaft, die der Logik der mathematischen Naturwissenschaft nachgesetzt werden muß; nachgesetzt, nicht aber hintangesetzt: es besteht vielmehr die Forderung des Primats für die praktische Vernunft. Sie bildet die Spitze, nicht aber den Anfang. Zunächst das Sein, dann das Sollen; aber auch nicht Sein oder Sollen allein. »Wahr-

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