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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1913-01-01 · Heft 6 · p. Seite 690

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
57 (1913)
Issue
Heft 6
Article
Eine unbekannte jüdische Sekte
Date
1913-01-01
Page
Seite 690 (sequence 25)
Language
German
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690 Eine unbekannte jüdische Sekte« עמד משה ואהרן כיד שר האורים ויקם בליעל את יחנה ואת אחיה בבזכתי כהושע ישראל את1) הראשינח. Welcher Engel nun auch unter »dem Fürsten der Lichtwesen« zu verstehen sein möge2), das steht fest, daß ihm eine ganz ungewöhnliche Bedeutung zuerkannt wird. Er Ist es, der Moses und Aaron ihre Mission, die Erlösung Israels, verrichten läßt, und er ist ferner der Antipode Beliaals, des Herrschers des Bösen, also selbst der Herrscher des Guten. Der Gegensatz zwischen Michael und Satan-Beliaal in der rabbinischen und apokryphisehen Literatur3) bildet zwar eine interessante Parallele zum Gegensätze zwischen den Fürsten der Lichtwesen und Beliaal. Aber sogar von Michael, diesem Schutzengel Israels, ginnt ein neuer Abschnitt, כי ist eine Variante zum vorhergehendem מאשר die später in den Text und zwar an unrichtige S.eile hineingeriet. *) So viel wie את הפעם הראשונה * *das erste Mal«; diese Konstruktion anstatt der gewöhnlichen 'בראש־נה, beziehungsweise בפעם הראשו״ ist zwar selten aber nicht unerhört; vgl. z B. Mischna Erun. את יום ראש חדש »am Neumond« anstatt ביום ראש חדש, in einem Ausspruch R. Dossas, der um 70 blühte. *; Vgl. oben z. St. über die Identität dieses Engels mit Uriel; vgl. feiner das slavische Buch Henoch XXII: »Und Gott sprach zu Urevvil, bringe hervor die Bücher aus meinem Schatze ... und erkläre sie Henoch«. Es scheint, als wenn in diesem rätselhaften Engelnamen nichts anderes als Uriel steckt. Auch in der südslavischera Version der Abrahamapokalypse — Bonwetsch 5, 11 — erscheint Uriel als der Lehrer und Führer Abrahams, und es sei noch erwähnt* daß die Kabbala Uriel mit Metatron, auch Rasiel — Engel der göltliehen Geheimnisse — genannt, identifiziert und ihn ausdrücklich mit der Gesetzgebung in Verbindung bringt; vgl. תק ני זהר LXX, 296 und תקידם מוהר ח״ש S2 ff., ed. Wilna 1876. Bezüglich der von mir a. a. 0י versuchten Identifizierung des סור־אל mit Uriel ist auf Origenes C. Gels. VI, 30 hinzuweisen, woselbst d»e Angabe, daß die Ophiten unter den sieben Hauptdämonen Suriel zählten, dem sie die Form eines Stieres zuschrieben. Es ist nicht sicher, ob die Stierform mit dem Namen שויד אל סוריאיג zu tun hat, — Michael hat die Gestalt einrs Löwen, Gabriel eines Adlers usw.wenn dem aber so wäre, so beweist diese ophitische Spekulation nichts für den Ursprung des Namens Suriel. 3) Vgl. z. B. Judas 9; Deuter r. Ende über Michael und Satan beim Tode Moses und ausführlich daiüber Lüzeken, Michael, S. 22.

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