Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 57 (1913)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Eine unbekannte jüdische Sekte
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 683 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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Eine unbekannte jüdischeSekte; 683 חוץ מ%ראת ist־ die prägnante Form, in weither der .Tälntfüd* *)' dhef ־rabbihische Lehre von der göttlichen Vorsehung1 auf der einen Seite und der moralischen Veränt- Wartung auf der anderen Seite kleidet, und, wie wir aus josephus2} erfahren, war dies auch der Standpunkt des Pharisäismus zu seiner Zeit. rDie Pharisäer«, sagt dieser, »lehren, daß alles durch das Geschick — göttliche Vorsehung — vollbracht werde, aber es gefiel Gott, daß zum Willen des Geschickes der menschliche Wille hinzukömme mit Tugend oder Schlechtigkeit « Wenn jedoch unsere Schrift die Vorsehung betont und Ben Sira die Willensfreiheit, so hat diese verschiedene Betonung ihren Grund in den verschiedenen Zeitumständen. Ben Sira lebte in einer Zeit des siegreichen Vordringens des Pharisäismus, daher die Warnung an die Vertreter dieser Richtung, ihre Vorsehungslehre nicht auf die Spitze zu treiben, da sonst die Willensfreiheit verschwände; unser Verfasser kämpft in erster Reihe gegen die Zaddukäer, daher seine Polemik gegen die von diesen konsequent durchgeführte Lehre der Willensfreiheit* welche die göttliche Vorsehung ganz negiert Mit der Lehre der göttlichen Vorsehung hängt die Geschichtsbetrachtung unserer Schrift eng zusammen; sie gipfelt darin, daß Gott; der am Uranfang alles vorausgesehen hat, sich zu verschiedenen Zeit offenbart. So oft der Welt der Untergang droht wegen die Sündhaftigkeit ihrer Bewohner, erscheinen »die Berufenen«8) קריאי עזם, »die Gott genau benannte« ובפרוש עזם שמותיהם und die 1j Beräch; 33 b; vgl; auch Niddah 16b, wo ausdrücklich hervorgehoben wird, daß bei der Geburt — etwas anders in der spätem Legende; vgl; mein Legends of ihe Jews I, 56 ff. -— die körperlichen und geistigen Eigenschaften des Menschen bestimmt werden und ihm tiur die-Willensfreihe t überlassen wird; * •j Ant. XVIII, 13. *j Vgl. oben S. 681, wo diese beiden Ausdrücke als Synonyma nachgewiesen sind; vgl; auch Ber. 54 b den Ausspruch R. Jochanans* daß *Gott sei bst die würdigen Führer des Volkes bestimmte.