Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 57 (1913)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Eine unbekannte jüdische Sekte
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 680 (sequence 15)
- Language
- German
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680 Eine unbekannte jüdische Sekte. deutet darauf die Bezeichnung תוש־ה hin, das nach Ansicht des Talmud soviel wie Thorah bedeutet1). Die Art und Weise, wie von diesen drei Attributen gesprochen wird, legt d e Vermutung nahe, daß für unseren Verfasser Weisheit, Güte und strafende Gewalt mehr als bloße Eigenschaften sind; Ausd ücke, wie * *Weisheit er stellte vor sich hin« und »Langmut ist bei ihm«, erinnern sehr lebhaft an diese drei Hypostasen2) der jüdisch-alexandriniscben Philosophie sowie der palästinensischen Theol gie, und wir würden wohl nicht fehlgehen, wenn wir dieses Hypostasenanlehen auch in unserer Schrift voraussetzen. Mit unverkennbarer Spitze gegen die Zaddukäer8), die Leugner der göttlichen Vorsehung; wird — 2, 7 ff. — diese ganz besonders hervorgehoben. Und bevor sie erschaffen wurden — die Sünder — kannte er ihre Taten . . . . und er wußte die Jahre des Bestandes, die Zahl und genaue Periode alles dessen, was existiert, existiert hat und existieren wird. Für alle diese Zeiten ließ er solche erstehen, die er beim Namen nannte .... und durch seine Gesalbten tat er ihnen seinen heiligen Geist kund .... »ja er benannte sie genau bei ihren Namen«. ובטרם נוסדו4) ירע את מעשיהם. . . וידע את שגי מעמד ומספר teratur nachwiesen ist, und ferner Schechter, Aspects of Rabbinic Theology, S. 80 ff. *) Nasir 23 b; Sanhedrin 26 b werden drei Ethymologien von *תושיד gegeben, d e alle seine Identität mit ,תדרד voraussetzen, was darauf hinweist, daß diese Identifikation älter ist als die gegebenen Erklärungen. Vgl. auch Gemira, Kallah VI, ed. Coronet, 15a. *) Vgl ausführlich darüber Bousset a. a. O Kapitel XVIII. Was die rabbinische Literatur anbetrifft, ist freilich niemals außer Acht zu lassen, daß dieRabbinen häufigdit-Tragweife der Hypostasensprkulationen nicht absahen und überhaupt in ihren theologischen Vorstellungen zu naiv waren, um die Konsequenzen zu ziehen, welche die Alexandriner und später die Christen aus solchen Spekulationen zogen. *) Vgl. oben z. St. 4) Für נוסדו ist nach Jerem. I, 5, dem diese Worte entnommen sind, נוצרו zu lesen; die Verwechslung von ר und ד von צ und ם —