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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1913-01-01 · Heft 6 · p. Seite 675

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
57 (1913)
Issue
Heft 6
Article
Eine unbekannte jüdische Sekte
Date
1913-01-01
Page
Seite 675 (sequence 10)
Language
German
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Eine unbekannte jüdische Sekte. 675 Lehre von der göttlichen Vorsehung, durch die .nach Ansicht der Pharisäer alles vollbracht wird, während die Zaddukäer behaupten, daß das Gute und das Böse ausschließlich in der Menschen Wahl stehe. Nun wird in unserer Schrift kein D^gma stärker und entschiedener betont als die göttliehe Vorsehung, indem mit beredten Worten — 2, 7 ff. —י• darauf hingewiesen wird, daß Gott am Uranfang das Gute und das Böse vorausgesehen und vorausbestimmt hat. Falls die Angabe der Kirchenväter1 2 *), für die übrigens auch in der rabbinischen-Literatur8)eine Bestätigung sich zu finden scheint, auf Wahrheit beruht, daß die Zaddukäer, im Gegensatz zu den Pharisäern, nur den Pentateuch als autoritativ anerkannten, die prophetischen Schriften aber nicht, dann hätten wir einen weiteren Punkt, in dem unsere Schrift mit den Pharisäern übereinstimmt. Denn nicht allein basiert ein wesentlicher Teil davon;auf Zitaten aus'den phropher) Vgl. das Material darüber bei Schürer, Geschichte4 * * * II, 480 der freilich diese bestimmte Angabe ^der;Kirchen väter für irrig/erklärt. Wenn Charles, -Einleitung.X, zur Stütze dieser ,Behauptung auf die Antwort Jesu an die Zaddukäer — Maith XXII, 32 und Parallel,, stellensich beruft, der aus dem Pentateuch die Auferstehungslebre ihnen zu beweisen suchte, und nicht aus den Propheten, so hat er die einfache Tatsache übersehen, daß die Zaddukäer aus dem Pen^ tateuch die Absurdität dieser Lehre beweisen wollten, und da war es ja naiürlich, daß Jesus sie mit ihrer eigen en Waffe bekämpfte. 2) Vgl.TanchV, 19 : »Die Sünder in Israel sagen, die Propheten und Hagtographen sind nicht Thorah, daher glauben wir ihnen nicht,^aber aus Daniel IX, 10 geht hervor, daß sie zur Thorah gehören«. Die Samaritaner können nicht gemeint sein, denn für diese waren alle juaäischen Propheten, einschließlich Daniels, Betrüger, und dessen Worte würden für sie nichts beweisen. Gemeint sind wohl solche Juden* die zwar die Propheten hochachten und schätzen, aber deren Offenba״ rung nicht als .»Thorah«, d. b. als verbindliche Lehre ansehen, und diesen gegenüber wird auf Dan. a-a. O. hinge wiesen, wo von der durch die Propheten offenbarten T h or a h gesprochen wird Vgl. auch w u. S. 692 die Worte Mainionides über den Glauben;:an,Engel als unbedingte Voraussetzung für den Glauben an Prophetie. Die Zaddukäer, welche das erstere leugneten, konnten demnach das andern nicht glauben. 43*

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