Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 57 (1913)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Eine unbekannte jüdische Sekte
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 672 (sequence 7)
- Language
- German
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672 Eine tsnhekftimte jüdische Sekte. Bei dieser streng gesetzlichen Richtung unserer Schrift kann es niemanden befremden, wenn mehr als die Hälfte davon den minutiösen Vorschriften über Sabbath, Reinheit und andere religiöse Zermonien gewidmet ist An diesen Dingen ist dem Verfasser am meisten gelegen, und wenn auch manche gesetzliche Vorschrift darin höchst wahrscheinlich sp äterer Zusatz ist, so ist doch nicht daran zu zweifeln, daß die Halachah einen wesentlichen cder sogar den wesentlichsten Bestandteil der Urschrift bildete. Neue theologische Lehren sind demnach kaum in dieser Schrift von überwiegend gesetzlichem Charakter zu erwarten, wohl aber eine Stellungnahme zu den theologischen Tagesgibt Ps. Sah VIII, 12: Sie — die Zaddukäer — betraten des Herrn Altar nach jeder Verunreinigung, urd im Blutfluß verunreinigten sie das Opfer wie gemeines Fleisch Wie Schechter z. St. richtig vermutet, handelt es sich wohl um eine halachische Differenz in der Aus״ legungdes biblischen Verbotes über die Unreinheit der ובה; vgl.auch oben z. St. und oben S. 303. Angesichts dieser Parallele und der oben S. 670 gegebenen ist es ein starkes S^ck apokalyptischer Weisheit, wenn Greßmann 1. c. 493 behauptet, מקדש bedeute hier nicht den Tempel, sondern das Gesetz, besonders desse.1 sexuelle Vorschriften — er hätte wenigstens auf den Aussprach des Talmud Jeruschalmi Jebamot IE, 3d sich berufen sollen: »Wer die sexuelle Vorschriften beobachtet, der wird heilig קדוש genannt«; das fünfte Buch in Mai״ monides* jad führt die Überschrift ,קדישד 'D »Buch über die Heiligung« und ebenso enthält das Werk בע?£י רני seines Gegners R. A. B, D. einen als »Pforte der Heiligkeit« überschriebenen Abschnitt, der über den ehelichen Umgang handelt, — wie auch im Test. Levi IX, 9 der Armenier für &ytot. die Umschreibung -rdv voftov <700 hat. Übrigens ist es höchst un wahrscheinlich, daß der Armenier hier das R chiige getroffen hat, da man im Test. Levi wohl etwas über die Entweihung des Tempels erwartet; auch ist XVI, 1 ausdrücklich von der Ver- Unreinigung der Opfer gesprochen. Greßmann hat ferner übeisehen, daß wohl קדש, »Tempel« wie »heiliges Gesetz« bedeuten kann, aber מקדש nur das ersfere. Zum Überfluß wird 12, 1 von der Verunreinigung *der heiligen Stadt« durch die Nichtbeobachtung der sexuellen Vorschriften gesprochen, und das läßt über die Bedeutung von מקדש an unserer Stelle keinen Zweifel auikommen. Vgl. auch 1, 3; 6, 12, wo מקדש nichts anders als Tempel bedeutet.