Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 57 (1913)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Die Darstellung der Juden im deutschen Roman des zwanzigsten Jahrhunderts
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 663 (sequence 23)
- Language
- German
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des zwanzigsten Jahrhunderts. 66$ sie aller Güter zu berauben oder mit Weib und Kind aus dem Lande zu verjagen. Es sei höchst grausam, daß man in Peutschland und einigen anderen Ländern die Kinder wider ihren Willen taufe und sie mit Gewalt?ur Christus* lehre zwinge, Auch die Qrangsaie und Beschimpfungen» die Ihnen vom chuglichen Pöbel angetan werden, seien keineswegs zu billigen, wie z, B״ daß man sie zwinge: *Christus i§t erstanden« zu sprechen, sie mit harten Schläger? traktiere, auf den Gassen mit Kot und Steinen bewerfe und sie nicht sicher gehen lasse. Wagpnsejl verfaßte eine eigene $ hrift, um die entsetzliche Unwahrheit, daß die Juden Christenblut gebrauchen, in das hellste Licht zu setzen. Um dieser so warm für die Juden sprechenden Schrift willen Sollte man ihm seine anderweitigen Albernheiten verzeihen. .Wagenseil zeigte sieh voll Entrüstung gegen die entsetzliche Lüge usw.1 »Der Zug der wandernden Juden, die durch Fürth zogen, nahm picht ab, , . . Ihre Erwartung hielt kaum Schritt mit Ihrer Freude, eine sinnlose Vergötterung für den Menschengott erfüllte sie,und der Jude, der so leicht der Raserei in jeglicher Gestalt zugänglich ist (auch demÄsthetentum und der Beschimpfung des eigenen Volkes. Anm. d. Verf.), vergaß sein irdisches Gut und die irdisehen Ringe«. Am Samstag Crescenzr— die Juden rechnen stets nach dem christlichen Kalender — dem 28. November findet der Auszug statt Auf dem Wege werden die Aus- Wanderer von den Nürnbergern überfallen und zum Teil abgeschlachtet. In dem Getümmel kommt Rachel mit einer: Frühgeburt nieder. *In ihr sang es und klang es stolz von alten (jüdischen?) Liedern mit einem süßen, hallenden Kehrreim, da der Abend im Mai kommt und die Blüten zart umhaupht und die stille Nacht von Erwartungen schwer ist«!. Sehr schöpe Worte, an denen sich der Dichter berauscht, aber es sind schwerlich die Gefühle eines, wenn 0 S. Graetz Xä, S. 275 t.