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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1913-01-01 · Heft 6 · p. Seite 662

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
57 (1913)
Issue
Heft 6
Article
Die Darstellung der Juden im deutschen Roman des zwanzigsten Jahrhunderts
Date
1913-01-01
Page
Seite 662 (sequence 22)
Language
German
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662 Die Darstellung derJjidesj im deutschen Roman bataischen Schwärmerei, darnals nicht, richtiger überhaupt hie, in Worms, sondern in Hamburg lebte. Kehren wir nun zur J3e$rh|chtg zurück! Man beschließt, gleich den Juden von Frankfurt, Worms und Majnz, nach Zipn aufoubrecheri.. Gegen 2 Uhr (Nacht!) des 4. Nqv• ruft d a s Scholar die Juden in den Tempel־־ hof. Das ist natürlich seit/ der Wüstenwanderung die übliehe Art, dje Juden zusarnmenziirufen• »Hier war kein Vaterland für sie und konnte es auch niemals (!) werden, wie sich auch die Zeiten wandeln mochten«. So spricht ein Jude des 19. Jahrhunderts und liefert damit den Qeg־ nern erwünschte Waffen. Aber ein anderer, freilich älterer und bedeutenderer Jude als unser Schriftsteller, Ludwig Börne, war einer anderen Meinung, denn er schreibt am ן, Februar 1832 im 74 Pariser Brief: «Ich wäre ja nicht Wert, das Lieh) der Sonne zu genießen, wenn ich die große Gnade, die mir öptt erzeigt, mich zugleich ein Deutscher und ein Jude werden zu lassen, mit schnödem Murren bezahlte ־«—. wegen eines Spottes, den Ich immer verachtet . wegen Leidem die ich längst verschmerzt. Nein, ich weiß das unverdiente Glück, zu; schätzen, zugleich ein Deutscher und ein Jude?u sein, nach allen Tugenden der Deutschen Streben zu können, und doch keinen ihrer Fehler zu teilen«. Aber die feindl che Gesinnung der Fürther gegen die Juden Mt im Wachsen, und Jph. Christian Wagenseil, der berühmte Gelehrte, schürt die stille Qährung zu offener Fiamm.e. Hat doch nein Sohn aus Liebe zy 2lir!e י־ »ihr Wesen war nicht keusch, wer ihr gefiel, dem ergab sie Sich, oft mehr aus Mitleid als aus Begierde« . ־־־־ das Christentum abgeschworen und ist ein Anhänger SabbataM geworden, beider entspricht das, was die Gesinnung des Vaters betrifft, nicht ganz der geschichtlichen Wahrheit: V^agenseii war den®Juden woh'wQllend gesnnt. Er bemerkt mit vielem Nachdruck, daß er es dreifach unrecht und unrichtig fände, die Juden zu sengen, zu brennen oder

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