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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1913-01-01 · Heft 6 · p. Seite 661

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
57 (1913)
Issue
Heft 6
Article
Die Darstellung der Juden im deutschen Roman des zwanzigsten Jahrhunderts
Date
1913-01-01
Page
Seite 661 (sequence 21)
Language
German
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des zwanzigsten Jahrhunderts. 661 warum (wir auch nicht!), ein Vers (!) aus diesem Talmud ein (S. 66) Als ob die Judenmädchen, wenigstens des 17. Jahrhunderts, den Talmud so gut gekannt und zitiert hätten, wie wir etwa unsere Klassiker oder den Büchmann! Nun war aber den Jüdinnen geradezu verboten, den Taimud, also auch die einzelnen Traktate, wie der Schriftsteiler hätte schreiben sollen, zu lernen. Niemand, selbst Wasserman nicht, ist verpflichtet den Talmud zu kennen, dann aber lasse man das Geflunker mit einer angeblichen Kenntnis, die keiner verlangt. Auch zur Kenntnis des Hebräischen ist man nicht verpflichtet. Wenn man aber, und gar als Jude, hebräische Worte verwendet, so muß es richtig geschehen. Dann wird man nicht sagen: Chased Statt Chassid, Chassan Bräutigam für Chasan Vorbeter, mein Jaleth für mein Jeled, boruch ado adonai elohim. und man wird nicht, wie der Jude Elieser, aus dem Buche Simchas chamefesch »Seelenfreude« lesen. Ich würde wahrlieh derlei Kleinigkeiten einem Romanschriftsteller nicht aufmutzen, wenn er nicht den Anspruch erhöbe, Juden und Judentum aus eigener Kenntnis und »zutreffend und objektiv« darzustellen und damit bei solchen, die nicht prüfen können oder wollen, unverbesserlichen Schaden anstiftete, denn »aus den Juden von Zirndorf tönt deutlich der Schmerzensschrei des weich empfindenden modernen Juden heraus«, erklärt E. v. Wolzogen1), dem das historische »Vorspiel« mit einer der Höhepunkte im Schaffen Wassermanns bezeichnet. Das aber darf nicht unwidersprochen bleiben. Über die Sitten ist schon Einiges gesägt worden. Wir finden aber auch Namen wie Maier der (!) Nathan, Esther Fränkel. Nachmann Sandei Mahler u. a. Meines Wissens haben die Juden erst sehr spät Familiennamen angenommen oder annehmen müssen. »Chajim Chäim« Rappaport sollen gar zwei verschiedene Vornamen sein. Nebenbei sei noch bemerkt, daß Jakob Sasportas, der eifrigste Gegner der sab- *) Im literar. Echo 1906.

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