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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1913-01-01 · Heft 6 · p. Seite 660

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
57 (1913)
Issue
Heft 6
Article
Die Darstellung der Juden im deutschen Roman des zwanzigsten Jahrhunderts
Date
1913-01-01
Page
Seite 660 (sequence 20)
Language
German
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660 Die Darstellung der Juden im deutschen Roman hang hineingehört. Diese Zirle in Fürth ist aber dem Ganzen nach keine andere, als die schöne Messiasfrau Sarah, über deren merkwürdiges Leben man das Nähere bei Graetz X* 195 f. lesen kann. Bevor ich jedoch fortfahre, muß ich mein Urteil über die genaue Kenntnis Wassermanns vom jüdischen und Christ■ liehen Kalender (S. o. S. 656 ) belegen. Der Jom Kippur des Jahres 1665 fiel also auf Sonnabend, den 19. September. Nach dem Feste vergehen 2 Tage, dann wieder »mehrere« Tage, dann ist der Tag Dionysius, nach dem katholischen und protestantischen Kalender, der 9. Oktober. Gut! Dann aber ist Freilag Serapion. Nun fiel aber dieser 9. Oktober 1665 auf einen Freitag, demnach kann der folgende Tag Serapion nicht Freitag sein. Aber welcher Serapion ist gemeint? Stadlers großer Heiligenkalender zählt 29 Heilige dieses Namens auf und davon fällt nur einer in den Oktober und zwar auf den — 30. Oktober, der allerdings 1665 auch ein Freitag war. Wie stimmt also die ganze Rechnung? Gar nicht. Das Schönste ist folgendes: Der 4. November ist vorüber und — das Laubhüttenfest ist unbe* ächtet herangekommen (S. 62). Aber leider kann, wie kaum erst gesagt werden muß, dieses schöne Fest vorläufig nie in den November fallen, und 1665 fiel es, wie wirgesehen haben, auf den 24. September. Ein Druckfehler ist es nicht, da nach Wassermann eben der Jom Kippur anfangs Oktober war, und Allerseelen vorüber ist. Die Kenntnisse des Juden Wassermann, der seinen Glaubensgenossen so »Scharfes und Zutreffendes und dabei mit vollkommenster Objektivität« sagt, erstrecken sich aber auch auf Sprache, Sitten und Gebräuche seines Volkes. Auf die Sprache: Daß ein »Talmud (?) Ketuboth« fürein »Traktat Kethubboth« erscheint, könnte ja wirklich ein Druckfehler sein, wenn nicht auch ein Talmud (!) Taanit angeführt würde, und zwar bei folgender für den Laien von größter Sachkenntnis zeugenden Gelegenheit. Rachel nämlich fällt plötzlich, sie weiß nicht

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