Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 57 (1913)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Die Darstellung der Juden im deutschen Roman des zwanzigsten Jahrhunderts
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 654 (sequence 14)
- Language
- German
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654 Die Darstellung der Juden im deutschen Roman wichtigste ihrer Verehrer, den sie allein liebt, weil erstark, und rücksichtslos ist, sind schwerlich Juden, da sie nicht nach Knoblauch und Zwiebeln stinken. Ohne eigentlichen Schluß endet das Buch, das getankt ist von unnatürliche־׳, versteckter, glühender Sinnlichkeit und von Sadismus, wie höchst merkwürdiger Weise sehr viele dieser judenromane, als ob die Juden hauptsächlich aus Sinnlichkeit beständen. Das Buch ist auf sehr tief stehende Leser berechnet; es ist gänzlich wertlos, und ich habe es in den Kreis meiner Be- Pachtungen gezogen, um gleich an dem ersten Beispiele zu zeigen, wie sich manche Schriftsteller die Juden vorstellen. II. Darstellnag dar Juden bei Jakob Wassermann. Wenn ich an dieses Machwerk gleich Jakob Wasser mann anschließe, so ist der Sprung k ine>wegs so kühn, als er scheinen mag, denn beiden gemeinsam ist die erschütternde Naturwahrheit, die völlige, absichtliche Schmähung der Juden, beiden die gänzliche Unkenntnis des Volkes, trotzdem daß Wassermann von Geburt selbst ein Jude ist. Sein immerhin berühmter Name wird es rechtfertigen, wenn ich auf »Die Juden von Zirnd o r f (neubearbeitete Ausgabe, Fischer, Berlin 1906,354 S ) näher eingehe. Er ist typisch für die Judenromane moderner Juden, die ihre Objektivität zeigen wollen. Der Rjman wurde geschrieben 1S97 im Alter von 24 Jahren, lies : 24 Jahren, und das darf, wenn man nachsichtig sein will, als einzige Entschuldigung gehen. Gewidmet ist er »dem Andenket} meines Vaters«, meinem Empfinden nach eine Lästerung. Hören wir vor allem einen der oben gekennzeichneten Kritiker! »Kaum je hat ein jüdischer Poet seinen Glaubensgenossen und über das Judentum der Gegenwart überhaupt schärfere und zutreffendere Worte gesagt, als Wassermann in diesem Buche . . . Dennoch