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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1913-01-01 · Heft 5 · p. Seite 615

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
57 (1913)
Issue
Heft 5
Article
Die Schuldennot der jüdischen Gemeinde Metz
Date
1913-01-01
Page
Seite 615 (sequence 25)
Language
German
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Die Schuldennot der jüdischen Gemeinde Metz (1791—1854). 615 waren, oder an Dienstboten gewisse Beträge alljährlich auszuzahlen. Es waren dies Jahresrenten, die mit dem Tode des Benefiziaten erloschen. Dazu kamen später die viel beträchtlicheren Jahresrenten, deren Ursprung ganz anderer Art war. Infolge der gewaltigen Opfer, die gegen Ende des 17. Jahrhunderts die Metzer Juden für das Wohl der Stadt Metz aus eigenem Antriebe übernommen hatten, hatte sich bei ihnen eine große Geldnot eingestellt. Sie waren es gewesen, die damals der Stadt zur Besänftigung der Truppen, die wegen schlechter Verpflegung in jenen Jahren der Teuerung wiederholt mit einem Aufstand drohten, das Geld verschafft hatten. Ferner hatten sie durch rechtzeitigen Bezug von großen Getreide- Vorräten aus fremden Ländern die Stadt vor einer Hungersnot zu bewahren gewußt, Als im Jahre 1727 das Land in Kriegsgefahr schwebte, hatten sie den Pferdebedarf für die Kavallerie zu decken gesucht und hierfür Geldsummen aufgebracht, die ihnen nicht vollständig zurück erstattet wurden. Auch große Verluste erlitten sie, für die sie noch nicht einmal eine Entschädigung zu erwarten hatten. Um einerseits solche Dienste1) leisten zu können, andererseits die Verluste und Ausfälle zu decken, nahmen sie bei den reichsten Bürgern von Metz Anleihen auf, und, wenn infolge des stetigen Wachsens ihrer Ausgaben und Lasten die Zurückerstattung des Darlehens unmöglich geworden war, hatten sie sich mit ihren Gläubigern so abgefunden, daß sie ihnen, bezw. ihren Angehörigen Lebensrenten bewilligten. Dabei kam ihnen, wie bereits bemerkt, das damals so beliebt gewordene Verfahren, Geld auf Fonds perdus anzulegen, zustatten. Mit Vorliebe schlossen die reichen Bürger der Stadt Metz mit den Juden solche Verträge auf Fonds perdus ab, weil die ganze Gemeinde als ’) Vgl. Clement S. 41 et Memoires de la societe d’archeölogie Lorraine troisieme Serie, IIJe volame, Budgets de la communautl, S. 133.

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