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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1913-01-01 · Heft 5 · p. Seite 611

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
57 (1913)
Issue
Heft 5
Article
Die Schuldennot der jüdischen Gemeinde Metz
Date
1913-01-01
Page
Seite 611 (sequence 21)
Language
German
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Die Schuldennot der jüdischen Gemeinde Metz (1791—1854). 611 Jahr 1770—1790 auf die für die damalige Zeit höchst beträchtliche Summe von 48 000 livres, wovon allerdings 10 000 livres für die Wohltätigkeit bestimmt waren. Ursprünglich wurden durch Kollekten sowohl die Gehälter für den Oberrabbiner und die Kantoren als auch die anderen Ausgaben, insbesondere die für Wohltätigkeit, aufgebracht. Erst gegen das Jahr 1680 finden sich die ersten Spuren eines regelrechten Budgets für diese Ausgaben, berechnet mit 11 297 livres. Im Jahre 1770 belief sich dasselbe auf 18 000 Franken. Ferner war es damals schon die Gemeinde, die die Krankenpflege in die Hand nahm und durch Anstellung von Armenärzten ihrer Aufgabe gerecht zu werden suchte. Außerdem übernahm sie die Kosten für Arzneien, Krankenwärter, Krankenernährung. Als sich diese Maßnahmen trotz aller Fürsorge als unzulänglich erwiesen, wurde das Spital ins Leben gerufen. Und da freiwillige Gaben die Kosten für die Gründung der Anstalt gedeckt hatten, genügte für die ersten Jahre ungefähr 2500 livres zur Bestreitung der Ausgaben. Doch sie wuchsen von Jahr zu Jahr, und von 1780—1790 erreichten sie fast regelmäßig die Höhe von 4000 livres.1) Aus alledem ist sehr leicht zu ersehen, daß die jährliehen Ausgaben der Gemeinde eine Höhe von mehr als 100000 Franken erreichten, wenn noch die im weiteren erwähnten, alljährlich zur Auszahlung gelangenden Lebensrenten hinzukommen, die großen Geldopfer nicht miteingerechnet, die von Zeit zu Zeit aufgebracht werden mußten, um öffentlichen oder geheimen Belästigungen aus dem Weg zu gehen. So erhielt: 1. der Gouverneur der Provinz als Gehalt für den Hauptmann der Wache eine Summe von 1000 livres. Jedenfalls hatten die Juden beim Beginn ihre Ansiedelung den Schutz *) Vgl. meine Arbeit über die Geschichte des isr. Hospizes in Metz 1910. 39*

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