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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1913-01-01 · Heft 5 · p. Seite 606

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
57 (1913)
Issue
Heft 5
Article
Die Schuldennot der jüdischen Gemeinde Metz
Date
1913-01-01
Page
Seite 606 (sequence 16)
Language
German
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606 Die Schuldennot der jüdischen Gemeinde Metz (1791—1854). der von deT Metzer Bevölkerung zu erhebenden Kopfsteuer aufzübringen, obwohl sie kaum 1 * */so der Bewohner ausmachte, und dies sogar zu einer Zeit, wo bei einer stetig zunehmenden Gesamtbevölkerung die jüdische zurückging1). So setzte sich die jüdische Gemeinde Metz im Jahre 1718 aus 480 Familien zusammen, im Jahre 1788 zählte sie nur noch 415 Familien, was etwa 1865 Seelen ergab. Und trotz dieser Bevölkerungsabnahme hatte die jür dische Gemeinde eine von Jahr zu Jahr steigende Kopf- Steuer aufzubringen, nämlich den fünften Teil der Gesamtkopfsteuer. Für die von sämtlichen Mitgliedern geschuldete Kopfsteuer haftete die ganze Gemeinde als solche. Dem Vorsteher war es anheimgestellt, sie nach Belieben auf die einzelnen Mitglieder zu verteilen. Im Jahre 1788 betrug sie 9688 Francs8). 2. Die Gewerbesteuer. Sie wurde nicht wie die heutige Patentsteuer, der sie am meisten entspricht, von den Einzelnen, sondern von den Körperschaften der Handwerker oder der Kaufleute erhoben, die ihrerseits sie auf die Mitglieder je nach deren Vermögen oder nach deren Einkommen verteilten. Sie betrug im Jahre 1715 für die Juden, obwohl sie nur berechtigt waren, alte Gegenstände zum Verkauf zu bringen8), und auch noch von gewi ssen Artikeln vollständig ausgeschlossen waren, 2100 Livres4), während die Krämerinnung, weil sie in Luxusartikeln arbeitete, die reichste der Stadt war und nur 1000—-1100 Livres aufzubringen hatte; im Jahre 1788 erreichte sie sogar die Summe von 7706 Livres. Hier beruft sich A. Cahn auf Abbe Gregoire, essai sur etc. S. 258. ׳ *) Siehe die Tabelle dieser progressiven Zunahme von Jahr zu Jaihr ebendaselbst. י) Dies ist wohl eine Erklärung für die relativ große Anzahl der Althändler in Metz, besonders in den früheren Jahren. 4) Vgl. obige Denkschrift an den König, S. 605.

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