Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 57 (1913)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Die Schuldennot der jüdischen Gemeinde Metz
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 595 (sequence 5)
- Language
- German
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Die Schuldennot der jüdischen Gemeinde Metz (1791—1854). 595 Banquiers bestätigte, und von denen: er die Juden förmlich ausschloß1). Vermutlich waren, sie in dem zum Bistum Metz gehörige Gebiete ansäßig, wo ihnen in, weitem Maße Gastfreundschaft gewährt war. Für Metz selbst allerdings hatte die weltliche Macht der Bischöfe aufgehört2 *). in den Jahren, in denen die Stadt Metz große politische Umwälzungen durchmachte, die schließlich einen vollständigen Wechsel der Nationalität zur Folge hatten, genau um die Zeit, in der Metz unter französische Herrschaft gelangte, machten die Juden wieder ernste Versuche, in der Stadt sich niederzulassen. Zunächst waren es ihrer 3, denen im Jahre 1565 ein Aufenthaltsrecht auf ein Jahr bewilligt wurde, unter der Bedingung, keine Geldgeschäfte zu machen®). Als sie nach Beendigung dieses Jahres die Stadt Metz wieder verlassen sollten, hatte ihr Gesuch bei dem Märdchal de Vieilleville, dem allgewaltigen Gouverneur der Stadt Metz, den Erfolg, daß 4 Familien der Aufenthalt dauernd gestattet wurde, mit der Berechtigung sogar, entgegen früheren Bestimmungen, Handel und Gewerbe auf Geldgeschäfte auszudehnen4). Es waren dies die Juden Mardochd, lsaac, Michel und Gerson. Diese Vergünstigung, die als eine große Erleichterung begrüßt wurde, war mit sehr ernsten Lasten verbunden, die im Laufe der Jahre immer mehr Zunahmen. So hatten sie für ihren Einzug in die Stadt als Wohnungsrecht 200 Taler zu bezahlen, außerdem eine jährliehe Taxe von 200 Frcs. messeins (1600 Taler). Ferner mußten sie für sich und ihre Familie die Verpflichtung übernehmen, wenigstens einmal monatlich die Predigten l) Vgl. Benoist Picard, S. 842. . ־J Vgl. Dom Calmet, Histoire de la Lorrainet II, livre 25, chap 79; vgl. ferner die von Bischof Conrad Bayer aus Boppard im Jahre 1422 den Juden erteilten Privilegien. Bezirksarchiv G. 789. *) Vgl. die Urkunden bei Clement, S. 20—21. *) Vgl. pieces justiiieatives bei Clement, S. 231—235. ־38