Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 57 (1913)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Die Schuldennot der jüdischen Gemeinde Metz
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 594 (sequence 4)
- Language
- German
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594 Die Schuldennot der jüdischen GemeindeMetz (1791—1854). 1306 am 22. Juli (9. Ab) durch ein Dekret des Königs Philipp des Schönen die Juden aus ganz Frankreich ausgewiesen wurden, der Einfluß der französischen Partei in der freien deutschen Reichsstadt Metz sich so mächtig erwies, daß dieses Schicksal auch die Metzer Juden traf. Von diesem Jahre an hat eigentlich die Metzer jüdische Gemeinde zu bestehen aufgehört Allerdings scheinen nicht sämtliche Juden aus der Stadt verbannt worden zu sein, es sei denn, daß mehrere von ihnen einige Jahre nachher es gewagt hätten, wieder zurückzukehren, was noch viel wahrscheinlicher ist. Denn es berichtet Dom Calmet, daß im Jahre 1322 auch in Metz mit den Aussätzigen, die beschuldigt wurden, die Brunnen vergiftet zu haben, viele Juden den Flammentod erleiden mußten, weil ihnen zur Last gelegt wurde, mit jenen gemeinschaftliche Sache gemacht zu haben. Ferner lesen wir bei Benoist Picard1), daß am 17. Juli 1365 in der Judenstraße (J.uif rue), wo bis jetzt die Juden ansäßig gewesen waren, der Blitz eingeschlagen habe und 22 Häuser in Flammen aufgegangen seien. Hierin wollten die Metzer Bürger eine Strafe Gottes erblicken und nahmen hieraus Veranlassung, alle Juden aus Metz zu vertreiben. Später aber riefen sie sie wieder zurück2). Doch bald darauf erfolgte von neuem ihre Verbannung aus der Stadt, und zwar diesmal für lange Zeit. Denn es steht fest, daß bei dem Einzuge Heinrich H. im Jahre 1552 in Metz keine Juden dort ansäßig waren. Andererseits ist aber von ihnen in den Privilegien die Rede, die Kaiser Sigismund im Jahre 1423 den Metzer Histoire eccles. et civile de la välle et du diocese de Metz. Bibi. Metz ms. 126, p. 773. ,).Vgl. Gabriel »observations sur les Juifs de Metz jusqu’a 1760« : ie 17 juillet 1365 le tonnerre fomba sur la rue des Juifs et y avait mis lefeu, vingt-deux maisons furentbrulees, cetevenement naturel parut aux bourgeois de Metz une prenve de la colere celeste et une vengeaace divine, Les juifs furent chasses, mais leur exil ne dura pas et peu apres oa les rappela.