Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 57 (1913)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Die gegenwärtige Aussprache des Hebräischen bei Juden und Samaritanern
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 536 (sequence 10)
- Language
- German
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536 Die gegenwärtige Aussprache des Hebräischen Ihr Vokalsystem ist bald dem sephard. (* a) bald demdaghestanischen ('36= ו u, * * i) ähnlich1). Gattung 9. bildet die Aussprache der sog. P o r tugi es e n, d. h. der aus Portugal im 16. und 17. Jahrh. geflüchteten Marannen, welche in einigen Städten Westeuropas Gemeinden gründeten. Auch die Aussprache der italienischen Juden und den Portugiesen in Südfrankreich (קהלות ק״ק קרפנטרץ genannt), gehören zu dieser Gattung. Ihr Konsonantensystem hat sich mit dem der romanischen, resp. germanischen Sprachen assimiliert. Die italienischen Juden sprechen ע ng nasal anstatt emphatisch, aus*), die französ. Portugiesen sprechen n rh. Ihr Vokalsystem ist mit dem der Sephardim identisch, jedoch werden die Längen und Kürzen nicht beobachtet. Es ist überhaupt zu bemerken, daß nur die unter arabischem Einflüsse sich befindenden Aussprachen DageS forte betonen, bei den anderen Gattungen, wie 3. 4. 7. (Abart Balkan) und 9. ist Dage§ forte geschwunden. Demnach nähern sich diese fünf Gattungen einander hinsichtlich ihres Vokalsystems. Dagegen geht hervor, daß die Konsonanten sich leichter assimilierten als die Vokale, obwohl manche Konsonanten Widerstandsfähigkeit zeigen, so das כ ,ב ,פ und ת der Jemeniten und Babylonier trotz des Fehlens derselben im Arabischen (denn auch e* wird, wie bekannt, in der Umgangssprache meist hart gleich o ausgesprochen). Ferner geht aus der Untersuchung hervor, daß der lange Vokal £ bei den Jemeniten als 5, bei den Babyloniern als n sich behauptet hat, obwohl beide gleichmäßig unter dem Einfluß des arabischen langen ä stehen, mithin dieser Unterschied fest in der tradierten. Aussprache des Hebräischen wurzelt. 1)In den Nr. 27—29 der Berliner Phon.-Arch.; Nr. 7—9 der Wiener Phon.-Arch. s) Diese Eigentümlichkeit ist auch bei manchen litauischen Juden, zu konstatieren.