Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 57 (1913)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Die gegenwärtige Aussprache des Hebräischen bei Juden und Samaritanern
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 535 (sequence 9)
- Language
- German
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535 bei Juden und Samaritanern. liaben sie das gehauchte ה durch slavischen Einfluß verloren. Die Guttur. n, ע sprechen die Letzteren gleich כ, s, die emph. ע ,ט ,ק gleich ת ,כ ts aus. Die gegenwärtigen Sephardim besitzen also kein einheitliches Konsonanten- System, in den Vokalen aber sind sich alle Sephardim gleich1). Als Überbleibsel der ältesten jüdischen Bewohner Syriens, der Musta'arbim, wäre die abweichende Aussprache des ב gleich a, s mitunter gleich a, ק gleich א und gleich •■ ej zu erwähnen2 * * 5 * *). Denn da in Syrien (mit Ausnahme von Palästina) der Zuzug sephardischer Elemente gering war, hatten sich die heimischen Eigenheiten eher erhalten können8). Gattung 8. bildet die hebr. Aussprache der innermarokkanischen Juden, מערב דפניטי genannt. Die Juden an der marokkanischen Küste sind von den sephard. Immigranten stark beeinflußt worden. Ihr Konsonantensystem ist dem arabisch-sephardischen analog, mit Ausnahme des ק (mitunter) gleich א und des ת tz oder tsch und ש—ä. *) Ihre Aussprache ist in d. Nr. 1146, 1155, 1614, 1676—77 des Wiener Phon.-Arch. aufgenommen. ä) In früheren Zeiten soll noch zwischen den Musta'arbim (Moriscos) und den Sephardim ein Unterschied in der Aussprache des Schin geherrscht hahen, indem die Musta'arbim diesen Laut korrekt auszusprechen pflegten; die Sephardim dagegen schin gleich samech — s ausgesprochen hatten. Vgl. Asulai ברכי יוסף zu Tur I 450*). Dasselbe berichtet Kim chi auch von den (süd)französischenjuden. Vgl. Richter 13, 6; Zunz, Ritus, S. 55. Im Laufe der Zeit haben also die Sephardim die richtige Aussprache des Schin von den Musta'arbim resp. den Romariten etc. gelernt. Dieses erklärt auch, warum die sephardischen Immigranten in der Türkei in der ersten Zeit Selim, Saloniki — שלוניקי,שלים transskribierten, während später im 17. Jahrhundert sie bereits סלוניקי ,סלים schrieben. 5) In den Nr. 1603, 1605-07, 1610 d. Wiener Phon.-Arch. *) וכל זה לנו בגי ספרד דאין אנו מחלקין בין שי״ן שמאלית (?) לסמ״ך בל בני מתערב טחלק־ן במבטא בין שי״ן לסמי׳ך■«. Diese Behauptung kor- ג!giert Asulai selbst: ״אך המפורסם הוא שהחילוק הוא בין בני ספרד אשר בטורקיאה לבני מופתערב הוא ב שי" ן ימנית'.