Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 57 (1913)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Die gegenwärtige Aussprache des Hebräischen bei Juden und Samaritanern
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 534 (sequence 8)
- Language
- German
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534 Die gegenwärtige Aussprache des Hebräischen Als Gattung 6. folgt die Aussprache der Samaritaner. Obwohl sie von den jüdischen Aussprachen des Hebräischen in den Konsonanten ת, s, ב ׳ג ,ד stark abweicht, indem sie sie nur hart aussprechen, ם dagegen immer weich oder gleich 3, ש immer «sch», ferner ihnen die emph. Laute ק ,ח ,ה ganz fehlen (durch aram. Einfluß), ließe sich doch Vieles auf Einfluß des Arabischen zurückführen, wie analöge Assimilation auch bei den syrischen Juden Vorkommen (vgl. 7). K. g. * sprechen sie ä, in Verbindung mit Guttur. u. Emph. zu ä verdunkelt; i u, manchmal aber ä; bald £j, bald a; א^ח —ä; א ' a-j-u; * und * gleich i, in Verbindung mit Guttur. und Emph. zu ej erweitert. Der Accent ist fast immer Mile‘411). In Gattung 7. ist die sephardische Aussprache zusammengefaßt. Die sogen. Sephardim sind jetzt in ihrer hebräischen Aussprache unter einander ziemlich viel abgewichen, indem sie den Einflüssen der verschiedenen Landessprachen unterlagen. So sind sie in Syrien und Ägypten vom Arabischen, in der nordasiatischen Türkei vom Türkischen, in der europäischen Türkei und am Balkan vom Griechischen und in den slavischen Gebieten vom Slavischen beeinflußt worden2). Während sie in Syrien und Ägypten die emph. Laute nach arabischer Aussprache sprechen, sind sie in den nichtarabischen Gebieten anderen Einflüssen unterlegen. Im griechischen Sprachidiom nuanzieren sie ת ,ד ,ג, die neugriechischen Laute 9■ £ ך• kopierend, weich; am Balkan *) Die samar. Aussprache ist in den Nr. 80—1176 ,74—1171־ des Wiener Phon.-Arch. und den Nr. 15—28 des Berliner Phon.-Arch. gegeben. 8) Die Sephardim bildeten nur eine Minorität in ihren neuen Niederlassungen, in Syrien trafen sie die arabisch sprechenden Musta‘arbim an, in der europ. u. asiatischen Türkei—~ die griechischsprechenden Maroniten. Die Zahl der sephardischen Emigranten nach der Türkei im Jahre 1492 soli nach Rosanes (Geschichte d. Juden in d. Türkei I, Husiatyn 1907, S. 60) blos ca, acht tausend gewesen sein.