Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 57 (1913)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Die gegenwärtige Aussprache des Hebräischen bei Juden und Samaritanern
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 533 (sequence 7)
- Language
- German
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bei Juden und Samaritanern- 533 Gattung 5. gibt die hebräische Aussprache der babyionischen Juden wieder. Die jüdische Ansiedelung in Babylonien ist die älteste uns geschichtlich bekannte Niederlassung außerhalb Palästinas, die auch noch jetzt fortdauert. Ihre Geschichte ist seit dem Untergange der großen Talmudschulen (im Ilten Jahrh.) in Dunkelheit gehüllt. Auch sie haben ihre uralte Wohnstätte nicht verlassen und sind von Juden anderer Länder gar nicht beeinfiußt worden. Auch sephardische Emigranten gelangten nur selten nach Babylonien; jedenfalls ist von einer größeren sephardischen Immigration nichts bekannt. Vielmehr übte die babylonische Judenheit sieben Jahrhunderte hindurch den größten Einfluß auf die gesamte jüdische Nation aus. Ihre hebräische Aussprache kann daher als eine rein ursprüngliche angenommen werden, umsomehr, als die aramäisch sprechenden Juden in der südlichen Gegend von Mossul uud im Gebiete Urmia (פרס קטף) genannt) das Hebräische genau so, wie die Juden in Bagdad aussprechen. Das Konsonanten- und Vokalsystem der Babylonier Ist von demjenigen der oben besprochenen vier Gattungen verschieden, indem K. g. * ä, ף־ au ausgesprochen, Mile'Sl und MilSr'a korrekt betont wird1). Ferner kommen alle Konsonanten zur Geltung2). Die babylonischen Juden standen bis zum 7ten Jahrhundert unter dem Elnfiusse des Aramäischen (z. T. a. d. Persischen) von da ab unter dem des Arabischen, welches seither auch ihre Umgangsspräche ist3). *) Die babyl, Juden bedienen sich des Hebräischen auch als Umgangssprache, sie sprechen ein fließendes Hebräisch, wobei sie manchmal Miiör'a Mile'61 betonen. s) Das Gegenteil der alten Aussprache der Babylonier 2. Z. des Talmud, welche vom Neu-Aramäischen beeinflußt war (vgl. Megilla 15b). Folglich scheint die gegenwärtige babyl. Aussprache durch den Einfluß des Arabischen entstanden zu sein. *) Die babyl. Anssprache ist in d. Nr. 1604, 1937—38, d. Wiener Phon.-Arch. und Nr. 1, 4-9 d. Berliner Phon.-Arch. enthalten.