Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 57 (1913)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Die gegenwärtige Aussprache des Hebräischen bei Juden und Samaritanern
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 532 (sequence 6)
- Language
- German
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£32 Die gegenwärtige Aussprache des Hebräischen Aussprache derjenigen der Jemeniten, Perser und Daghestaner nahe, und zwar in erster Linie in bezug auf das Kamez gadöl £=0, welches sich mitunter zu 6 (süddeutsch) oder gar zu u (südwestpolnisch) verdunkelt, in Litauen und Rußland dagegen gleich dem russischen o, also wie offenes 0 lautet. Das Chdlem hat bei allen vier Gattungen mehrere Aussprachweisen, so bei den Jemeniten äu (Zanaa) und 6j (Westjemen), bei den Persern ou (Nordpersien) und u (Südpersien), bei den Aschkenasim au (Süd-u. auch Norddeutschland), oj (Polen und Südrußland), 6j (Litauen und Samogitien), äu (Ostseeprovinzen u. auch Samogitien). Demnach hat Chölem eine unbestimmte Aussprachsweise. Der Unterschied von F\ und ת ist bei fast allen Gattungen wahrzunehmen, indem bei ihnen die Neigung ת weicher (aspiriert) als ת auszusprechen vorhanden ist. Bei den Aschkenasim wurde ת sogar zu ss verschärft. In dieser Eigentümlichkeit stehen die Aschkenasim nicht einzig da, denn in dem neusyrischen Sprachgebiet in Kurdestan und Mesopotamien wird im nördlichen Gebiete von Mossul ebenfalls e\ gleich ss ausgesprochen1 * 3 *). Ferner kommt die Mile'Sl-Betonung, welche bei allen vier Gattungen deutlich hervortritt, in Betracht*). Diese vier Gattungen weichen von den andern Aussprachweisen in Vielem ab5). 1) Vgl. Maclean, Gratnntar of the dialccls of vernacular Syriac, Cambridge 1895, Einleitung; desselben A Dietionary of the dialects of vernacular Syriac, Oxford MDCCCC I, Einleitung. ־) Wie es auch im Aramäischen sich ausgebildet hat u. wie es noch in den neusyrischen Dialekten akzentuiert wird. Maclean, Gramm, S. 13. 3) Mile‘£lbetonung, K. g. * ==׳ o, das Schwinden der Guttur. ח, und der Emph. ק, tO, צ (mit Ausnahme d. Jem. die in Letzteren vom Arabischen beeinflußt sind), ferner die unbestimmte Ausspr. der Vokale י) und ü finden wir auch im Aramäischen, vorzugsweise im Westsyrischen und Phönizischen und in bezug auf Gutt. u, Emph. wurden in Galiläa schon in der mischnaschen Zeit konstatiert. — Die Beziehung der tiberjensischen Punktation zu diesen vier Aussprachs• weisen gehört in eine andere Untersuchung hinein.