Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 57 (1913)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Die gegenwärtige Aussprache des Hebräischen bei Juden und Samaritanern
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 531 (sequence 5)
- Language
- German
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bei Juden und Samaritanern. 531 Sie sprechen die Laute n, ע ,ט, emphatisch, ק gleich dem arabischen j aus, ferner lauten bei ihnen die Vokale * * *> * gleich i, welche Eigentümlichkeit auch bei den Marokkanern zu finden ist (vgl. 8). Gattung 4. stellt die Aussprache der sogen. Aschkenasim dar. Unter diesem Namen werden gewöhnlich die Juden in Europa, sofern sie keine Sephardim resp. Pottugiesen sind, bezeichnet. Ursprünglich aber wurden die (süd)deutschen Juden als Aschkenasim bezeichnet, denn die polnischen und ungarischen Juden sind mit griechischen Juden aus dem Balkan und der nordasiatischen Türkei vermengt worden; andererseits' erhielten die polnischen und südrussischen Juden einen beträchtlichen Zufluß von den! Chasaren, den babylonischen und persischen Juden1). Indessen scheint das orientalische Element auf die osteuropäischen Juden keinen entscheidenden Einfluß ausgeübt zu haben. Denn in der Aussprache des Hebräischen sind dier osteuropäischen Juden den eigentlichen Aschkenasim, abgesehen von dem Vokale 'T vollkommen gleich. Das Laut- System der Aschkenasim hat sich dem der indogermanischen Sprachen vollständig angepaßt. In den Vokalen steht ihre Derbent, R. Jakob bahariz Misrachi im ha—Maggid, Lyck 1868— 69,. veröffentlicht. *) Näher auf dieses Thema einzugehen ist nicht im Rahmendieser Abhandlung. Es sei u. a. nur auf die vielen jüdisch-orient. Familiennamen hingewiesen, wie Eljaäiw, Alaäqar, Gefen, Sarchi,. Chalfan, Chefez, Jachas, Lulab, Misrach, Misrachi, ‘Eides (eine Ver-. drehnng von‘Ades עדם, arab. ein verbreiteter Familiennamen im Orient), Zemach, Su'al, Qadiä, Sapira (stammt eher aus d. Aiam. שפירא, nicht nach der Stadt Speier אשפירא, da dieser Name nur bei den poln. u, russ. Juden vorkommt, in Deutschland dagegen Spiro, Spir) ferner Töar, Tappuach, Jaffe, Jofe, Gamsn גמזו, Senjor שניאור (span. Titel, gleich »Herr« von d. poln.-russ. Juden als Eigennamen gebraucht) u. a. m., die sich in großer Anzahl unter den polnischen, litauschen und südrussischen Juden finden. Ebenso sei hier auf die große Ähnlichkeit des trad. Gesanges der polnischen etc. mit dem der orientalischen Juden hingewiesen. 34*