Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 57 (1913)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Die gegenwärtige Aussprache des Hebräischen bei Juden und Samaritanern
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 529 (sequence 3)
- Language
- German
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bei Juden und Samaritanern. 529 Wie aus ihrem hebräischen Schrifttum zu ersehen ist, pflegten sie bis zur Zeit der Kreuzzuge mit Palästina, Ägypten und mit Persien und Babylonien geistigen und geschäftlichen Verkehr1), welcher aber durch die Kreuzzöge und die politischen Wirren unterbrochen wurde und erst etwa seit dem 18ten Jahrhundert allmählich wieder begonnen2 3) hat. Es scheint aber, daß die Jemeniten aus dem arabb sehen Sprachgebiet niemals herauskamen8); wie denn auch ihre Umgangssprache arabisch ist und eine gewisse Heiligkeit errungen hat4). Sie haben die Konsonannten פ ,כ ,כ und das Karnez gadöl t o, trotz des Fehlens derselben im Arabischen, aufrechterhalten. Dagegen stehen sie mit 3 djimal gegen ״alle Aussprachen einzig da. Bemerkenswert ist die jem. Aussprache dadurch, daß sie neben der babylonischen Aussprache (vgl. 5) alle Konsonannten und die doppelartige Aussprache von n, ב ,ג ,ד ,כ ,פ sowohl als alle Längen und Kürzen der Vokale verwertet und nuanziert5 *). ebenso geistige Eigenheiten, Sprechstimme, Gesangstimme und Gesangsweise deuten auf eine Verwandtschaft mit den Abessiniern hin, *wie denn auch Jemen Jahrhunderte hindurch zu Abessinien in engen Beziehungen stand. ') Binjamin aus Tudeia berichtet: ״ו בא'ם שם מאותם היהודים אשר בארץ עדאן רבים לארץ פרם וארץ מצרים•׳. s) Vgl. Eben Saphir, I, Lyck 1862, Kap. Jemen; W. Bacher, Der südarabische Siddur J. Q. R. XIV, 1912, Die hebr. u, arab. Poesie der jem. Juden, Budapest 1910, Einleitung; A. Z. Idelsohn יהוד' תימן וזמירותיהם:, Jerusalem 1908. — Um die Mitte des 18ien Jahrhunderts kam der berühmte Kabbalist R. Schalom Misrachi Schar'abi aus Jemen nach Jerusalem (gestorben 1773). 3) Ob nun die jem. Juden aus einem aramäischen Sprachgebiet herstammen, wie manche behaupten wollen, bleibe dahingestellt. *) Die in arabischer Sprache verfaßten Gedichte sollen kabbalistisehe Themen behandeln, daher weigerten sich die Sänger, sie in den Phonographen hereinzusingen. 5) Die jem. Aussprache ist in den Platten Nr. 1160, 1150, Monatsschrift, 57. Jahrgang:. 34