Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 57 (1913)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Die gegenwärtige Aussprache des Hebräischen bei Juden und Samaritanern
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 528 (sequence 2)
- Language
- German
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528 Die gegenwärtige Aussprache des Hebräischen Von diesen Gattungen habe ich 4. 6. 7. und 9. in ihrer Heimat selbst untersucht, 4. in Polen, Litauen und Deutschland, 6. in Nablus, 7. in Syrien, Ägypten und der Türkei und 9. in verschiedenen portugiesischen Gemeinden in Europa. Die Gattungen 1. 2. 3. 5. und 8. habe ich in Jerusalem kennen gelernt, wo dieselben bekanntlich durch geschlossene Gemeinden vertreten sind. Meine Untersuchungen habe ich durch Phonogrammaufnahmen1) bestätigt und durch Abhören neuer Ankömmlinge geprüft. Auf diese Weise glaube ich die allgemein üblichen Aussprachen des Hebräischen festgestellt zu haben, denn die angeführten 9 Gattungen umfassen so ziemlich die ganze judenheit der Diaspora einschließlich der Samaritaner und repräsentieren die Zentren, welche die Juden im Verlaufe ihres Exils in verschiedenen Ländern geschaffen haben. So hat sich eine geschlossene Gruppe der: 1. j e miti s׳c h e n J u de n gebildet. Diese Juden, ursprünglich über die arabische Halbinsel zerstreut, wurden von Muhammed unterdrückt und bis zum äußersten Süden, bis Jemen, verdrängt. In Jemen scheinen die Juden schon in alter Zeit in größerer Anzahl ansässig gewesen zu sein, wo sie auch zeitweilig ein unabhängiges Fürstentum bildeten2). Wann sie nach Jemen kamen und ob sie ununterbrochen dort ihren Wohnsitz inne hatten, läßt sich geschichtlich, aus Mangel an historischen Denkmälern, nicht nachweisen3). Für das Wiener Phonogramm-Archiv habe ich Aufnahmen von der jemenitischen, persischen, babylonischen, sephardischen resp. syrischen und baikanischen, samaritanischen und marokkanischen Aussprache gemacht, deren Platten ich im folgenden nach der Numerierung des Phon.-Archivs angebe. Für das Berliner Phon.־Archiv habe ich bis jetzt Aufnahmen vorn der jemenitischen, babylonischen, samaritanischen, marokkanischen und asckenasisch-Iitauischen Aus- ,spräche gemacht, die ich hier nach meiner Numerierung zitiere. 2) Vgl. Graetz, Geschichte der Juden, B. IV, Kap. 3 il. s) Körperlische Bildung, Physiognomie, Haarwuchs und Farbe,